13 March 2026, 06:08

Landwirte in NRW kämpfen um ihre Existenz: Einkommen bricht um 29 Prozent ein

Ein altes Buch mit dem Titel "Journal d'Agriculture Pratique" und einem Bild eines Bauernhofs auf dem Cover.

Landwirte in NRW kämpfen um ihre Existenz: Einkommen bricht um 29 Prozent ein

Landwirte in Deutschland sehen sich einem drastischen Einkommensrückgang gegenüber: Im aktuellen Geschäftsjahr sind die Gewinne um fast ein Drittel eingebrochen. Eine neue Prognose der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen (NRW) zeigt, dass viele familiengeführte Betriebe mittlerweile zu wenig verdienen, um ihre grundlegenden Lebenshaltungskosten zu decken – von Investitionen in ihre Höfe ganz zu schweigen.

Den aktuellen Zahlen zufolge werden konventionelle Vollerwerbsbetriebe in NRW im Jahr 2025/26 durchschnittlich 73.311 Euro erwirtschaften. Das entspricht einem Rückgang um 29 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Prognose basiert auf den jährlichen Betriebsabschlüssen der Höfe im NRW-Buchführungsnetz Landwirtschaft.

Trotz dieser Gewinne kämpfen die Landwirte um ihre wirtschaftliche Existenz. Ihre Einnahmen müssen für Steuern, Pflichtabgaben, Kreditrückzahlungen und den täglichen Lebensunterhalt aufgebracht werden. Für Reinvestitionen in Maschinen, Infrastruktur oder zukünftiges Wachstum bleibt kaum bis gar kein Geld übrig.

Die Lage bleibt instabil, da zusätzliche Risiken wie Tierseuchen oder geopolitische Spannungen – etwa der anhaltende Konflikt im Iran – die Unsicherheit weiter verstärken. Da zuverlässige Daten zu den Agrarpreisentwicklungen der vergangenen fünf Jahre fehlen, warnen Experten, dass sich die finanzielle Belastung verschärfen könnte, falls sich die Marktbedingungen weiter verschlechtern.

Der Rückgang der Landwirtschaftseinkommen unterstreicht den wachsenden wirtschaftlichen Druck auf ländliche Betriebe. Da die Gewinne nicht einmal die essenziellen Kosten decken, könnte es für viele Höfe langfristig schwierig werden, sich über Wasser zu halten. Die Prognosen der Landwirtschaftskammer deuten darauf hin, dass der Sektor ohne Verbesserungen in den kommenden Jahren vor noch größeren Herausforderungen stehen könnte.

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