Lehrerin aus Wesel soll jahrelang Krankengeld kassiert und heimlich als Alternativmedizinerin gearbeitet haben
Leon KrausLehrerin aus Wesel soll jahrelang Krankengeld kassiert und heimlich als Alternativmedizinerin gearbeitet haben
Eine Berufsschullehrerin aus Wesel steht unter Ermittlung, nachdem sie während eines über 16 Jahre andauernden Krankengeldbezugs angeblich als Alternativmedizinerin tätig gewesen sein soll. In dieser Zeit bezog sie weiterhin ihr volles Gehalt vom Land Nordrhein-Westfalen. Die Behörden verdächtigen sie nun des Betrugs und prüfen ihre Aktivitäten seit dem Jahr 2021.
Die an der Berufsschule Wesel beschäftigte Pädagogin arbeitete zuletzt im Jahr 2009 regelmäßig im Schulbetrieb. Seither befand sie sich durchgehend in bezahlter Krankschreibung, wobei sie ärztliche Atteste vorlegte, die psychische Erkrankungen als Grund angaben. Eine amtliche Überprüfung ihrer Arbeitsunfähigkeit wurde vom Land in diesem Zeitraum jedoch nie veranlasst.
Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun wegen des Verdachts auf gewerbsmäßigen Betrug und konzentriert sich darauf, ob die Lehrerin falsche Angaben machte, um weiterhin ihr Gehalt zu beziehen. Die strafrechtlichen Untersuchungen umfassen den Zeitraum von 2021 bis 2025, da frühere Vorwürfe möglicherweise bereits verjährt sind. Berichten von Nachbarn zufolge – die jedoch noch nicht bestätigt wurden – soll sie am Wochenende Seminare unter dem Titel "Nullstellen der Seele" abgehalten und als "Runenkochin" auf einem lokalen Markt selbst hergestellte Heilmittel verkauft haben.
Ende Juni durchsuchten Ermittler ihre Wohnung in Duisburg und beschlagnahmten Unterlagen sowie digitale Speichermedien. Der Fall wirft zudem Fragen nach möglichen Pflichtverstößen einer Mitarbeiterin der Bezirksregierung Düsseldorf auf, die ihre Aufsichtspflichten möglicherweise vernachlässigt hat. Besonders kritisch wird gesehen, dass die Lehrerin während ihrer Krankschreibung an einem Existenzgründungswettbewerb teilnahm.
Als Reaktion auf den Vorfall kündigte Nordrhein-Westfalen an, die Kontrollen bei langandauernden oder wiederkehrenden Krankschreibungen zu verschärfen. Die geplanten Maßnahmen sollen ähnliche Fälle künftig verhindern.
Die Ermittlungen dauern noch an; die Behörden werten derzeit Beweise für Betrug und mögliche Dienstpflichtverletzungen aus. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, könnten sowohl gegen die Lehrerin als auch gegen die beteiligte Beamtin rechtliche Konsequenzen folgen. Die neuen Überwachungsrichtlinien des Landes sollen in den kommenden Monaten in Kraft treten.






