04 April 2026, 20:09

Letzte Stunden für den "Sündenwald": Räumung trotz monatelangem Widerstand

Menschen demonstrieren auf einer Straße, halten Fahnen und Plakate, mit Bäumen und Himmel im Hintergrund.

Letzte Stunden für den "Sündenwald": Räumung trotz monatelangem Widerstand

Der letzte Abschnitt des "Sündenwalds" in Manheim soll in den kommenden Tagen geräumt werden. Aktivistinnen und Aktivisten besetzen das Gebiet seit über einem Jahr, einige leben noch immer in Baumhäusern, um die Abholzung zu blockieren. Mindestens zwölf Umweltgruppen, darunter Robin Wood und Fridays for Future, setzen sich mit Protesten, Klagen und Blockaden weiterhin gegen das Vorhaben zur Wehr.

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Der eine Hektar große Wald ist seit 2024 umkämpft, als sich Demonstranten erstmals zwischen den Bäumen verbarrikadierten. Im Sommer 2025 lebten Aktivisten in Baumhäusern und verhinderten so eine vollständige Rodung. Durch juristische Schritte gelang es den Kampagnen bereits, zwei einstweilige Verfügungen zu erwirken, während Großdemonstrationen – darunter eine mit über 5.000 Teilnehmenden im Februar 2026 – die Abholzung zeitweise stoppten.

Die Stadt Kerpen hat nun ab dem 6. Oktober jeden Zutritt zum Wald verboten. Die Behörden begründen das Verbot mit Sicherheitsbedenken und den anstehenden Räumungsarbeiten. Unterdessen bitten die Widerstandsgruppen um Sachspenden wie Kleidung und Lebensmittel und haben für Montag um 11:00 Uhr eine Pressekonferenz vor Ort einberufen.

Die RWE Power AG, der der Großteil der Manheimer Brachflächen gehört, benötigt den Boden über den Braunkohlevorkommen für ihr Projekt "Wasser marsch". Ab 2030 sollen im Rahmen des Vorhabens Abraumhalden eingeebnet und zu Seen umgestaltet werden, wofür rund 250 Millionen Kubikmeter Erde bewegt werden müssen. Das Unternehmen und die Stadt Kerpen arbeiten seit einer Nachhaltigkeitsvereinbarung aus dem Jahr 2023 eng zusammen, was ihre Interessen weiter verknüpft.

Trotz anhaltender Proteste und rechtlicher Rückschläge scheint die Räumung des Waldes unvermeidbar. Der Boden darunter bleibt für RWE essenziell, um die langfristigen Pläne zur Seelandschaft umzusetzen. Die Aktivistinnen und Aktivisten haben jedoch geschworen, sich so lange wie möglich zu widersetzen.

Quelle