Linnemann fordert mutige Reformen und kritisiert Karrierepolitiker in emotionaler Rede
Leon KrausLinnemann fordert mutige Reformen und kritisiert Karrierepolitiker in emotionaler Rede
Am Tag der Deutschen Einheit hielt CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann eine Rede auf Schloss Stetten. Dabei rief er zu mutigen Reformen auf und kritisierte Politiker, die persönliche Ambitionen über sachpolitische Ziele stellen. In seinen Ausführungen betonte er zudem die Bedeutung von Überzeugungskraft in der Führung – und lobte sowohl ein CDU-Mitglied als auch einen ehemaligen SPD-Kanzler für ihre Entschlossenheit.
Linnemann argumentierte eingangs, dass sich nach zwei Jahrzehnten der Stagnation eine seltene Chance für tiefgreifende Veränderungen biete. Er forderte die Abgeordneten auf, diesen Moment zu nutzen – insbesondere bei der Reform der Renten und des Bürgergelds. Erfolg, so Linnemann, erfordere politischen Mut und die Bereitschaft, Risiken einzugehen.
Der CDU-Politiker richtete sich anschließend gegen karriereorientierte Politiker, denen er vorwarf, Eigeninteressen über den Dienst an der Allgemeinheit zu stellen. Als positives Gegenbeispiel nannte er Christian von Stetten, Bundestagsabgeordneten der CDU/CSU-Fraktion und Vorsitzender der Deutsch-Baltischen Parlamentariergruppe. Linnemann charakterisierte von Stetten als einen Grundsatzpolitiker, der kompromisslos zu seinen Überzeugungen stehe – etwa in der Frage der Unterstützung für deutsche Kriegskinder.
Um seine Forderung zu unterstreichen, verwies Linnemann auf den ehemaligen SPD-Kanzler Gerhard Schröder als Beispiel für entschlossenes Führungshandeln. Dessen Bereitschaft, unpopuläre, aber notwendige Reformen wie die Agenda 2010 am Arbeitsmarkt durchzusetzen, diene als Vorbild für die Entschlossenheit, die Linnemann nun einfordert.
In seiner Rede deutete Linnemann die aktuelle politische Lage als historischen Wendepunkt. Er rief seine Parteikollegen dazu auf, sich an Vordenkern wie von Stetten und Schröder zu orientieren, die trotz Widerstand konsequent handelten. Ob die Reformbestrebungen der CDU Erfolg haben, hänge nun davon ab, ob die Abgeordneten bereit sind, Risiken einzugehen – oder sich in Zurückhaltung flüchten.






