Marcos Bülow – der linke Rebell aus Dortmund stirbt mit 54 Jahren
Marco Bülow, langjähriges Bundestagsmitglied und prominenter linksgerichteter Kritiker, ist im Alter von 54 Jahren verstorben. Der ehemalige SPD-Politiker erlag im Januar 2023 nach langer Krankheit seinen Verletzungen. Bekannt für seinen Widerstand gegen Parteidisziplin, vertrat er fast zwei Jahrzehnte lang den Wahlkreis Dortmund im Parlament.
Bülow zog 2001 als SPD-Kandidat in den Bundestag ein und gewann seinen Dortmunder Wahlkreis bei jeder Wahl bis 2017. Sein Mandat galt als sicher, was ihm mehr Spielraum verschaffte, die eigene Partei herauszufordern als vielen Kollegen. Während seiner gesamten Laufbahn setzte er sich gegen Lobbyismus großer Konzerne ein und forderte eine ökosoziale Wende in der Politik.
Ab 2007 verschärften sich die Spannungen, als er öffentlich die Ausrichtung der SPD kritisierte und erklärte, ihre Politik stehe im Widerspruch zu seinen Überzeugungen. Ein Jahrzehnt später, 2017, verließ er die Partei endgültig und verurteilte ihre Rolle in der Großen Koalition als "willkürlich und ohne klare Werte". Kollegen nannten ihn oft einen "ewigen linken Rebell", weil er sich weigerte, die Parteilinie bedingungslos mitzutragen.
Nach seinem Austritt aus der SPD fand Bülow nur schwer eine neue politische Heimat. Er schloss sich kurzzeitig kleineren Bewegungen an, bevor er 2020 zu Die PARTEI stieß. Im folgenden Jahr kandidierte er bei der Dortmunder Wahl 2021 und holte fast neun Prozent der Erststimmen – ein beachtliches Ergebnis für die satirische Partei.
Bülows Tod markiert das Ende einer politischen Karriere, die von Widerspruchsgeist und Prinzipientreue geprägt war. Zwar erreichte er nie wieder den Einfluss seiner SPD-Zeit, doch seine Kritik an Lobbyismus und Koalitionspolitik hinterließ Spuren. Sein Wahlergebnis 2021 mit Die PARTEI bleibt eines der stärksten Ergebnisse der Partei in einer Großstadt.
