Maria Kalesnikava erhält Karlspreis für ihren Kampf um Demokratie in Belarus
Elias KellerMaria Kalesnikava erhält Karlspreis für ihren Kampf um Demokratie in Belarus
Die belarussische Bürgerrechtlerin Maria Kalesnikava ist am Samstag in Aachen offiziell mit dem Internationalen Karlspreis ausgezeichnet worden. Die Ehrung, die ihr vier Jahre nach der ersten Bekanntgabe zuteilwurde, würdigt ihren Einsatz für die Demokratie in Belarus. Kalesnikava nahm den Preis persönlich während einer feierlichen Zeremonie im Krönungssaal des Aachener Rathauses entgegen.
Erst während ihrer Haft in Belarus hatte Kalesnikava von der Auszeichnung erfahren. Damals bezeichnete sie den Preis als ein starkes Zeichen europäischer Solidarität. Gemeinsam mit ihr waren auch Veronika Zepkalo und Swjatlana Zichanouskaja 2022 mit dem Karlspreis für ihr gemeinsames Engagement für ein demokratisches Belarus geehrt worden.
Die offizielle Überreichung fand am 14. März 2026 statt – Jahre nach ihrer Freilassung. In einem Gespräch mit unserer Korrespondentin äußerte Kalesnikava ihre Freude, die Auszeichnung nun endlich entgegennehmen zu können, betonte jedoch, dass ihr Fokus weiterhin auf denjenigen liege, die in Belarus noch immer inhaftiert seien. Mit warmen Worten erinnerte sie an die Geschichte Aachens und dessen Verbindung zur Tradition des Preises.
Kalesnikava lebt heute in Deutschland, wo sie ihre Menschenrechtsarbeit fortsetzt. Unermüdlich setzt sie sich für eine demokratische Zukunft Belarus' ein und wirbt um weitere Unterstützung durch die europäischen Regierungen. Der Karlspreis, der herausragende Verdienste um die europäische Einigung ehrt, ging 2026 auch an Mario Draghi – seine Preisverleihung fand am 14. Mai im selben Saal statt.
Die Zeremonie markierte einen bedeutenden Moment für Kalesnikava, die einst wegen ihres Engagements inhaftiert war. Heute nutzt sie ihre Stimme, um demokratischen Wandel in Belarus voranzutreiben. Die Veranstaltung unterstrich zudem die anhaltende Zusammenarbeit zwischen Kalesnikava, Zepkalo und Zichanouskaja in ihrem gemeinsamen Kampf für ein freies Belarus.