15 March 2026, 08:07

Maria Kalesnikava erhält Karlspreis nach fünf Jahren Haft in Belarus

Eine Gruppe von vier Menschen auf einem roten Teppich, die lächeln und für ein Foto posieren, mit einem "Liberty Justice for All Awards"-Schild im Hintergrund.

Maria Kalesnikava erhält Karlspreis nach fünf Jahren Haft in Belarus

Maria Kalesnikava, eine führende Persönlichkeit der prodemokratischen Bewegung in Belarus im Jahr 2020, saß über fünf Jahre im Gefängnis, bevor sie Ende 2025 freigelassen wurde. Nach ihrer Entlassung im Rahmen von US-vermittelten Verhandlungen lebt sie nun in Deutschland, wo sie sich weiterhin für demokratischen Wandel in ihrer Heimat einsetzt. Diese Woche nahm sie endlich persönlich eine der höchsten Auszeichnungen Europas entgegen – den Internationalen Karlspreis zu Aachen –, der ihr bereits 2022 verliehen worden war.

Kalesnikava war im September 2020 in Minsk während der Massenproteste gegen den belarussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko festgenommen worden. Ein Jahr später wurde sie zu elf Jahren Haft verurteilt, weil sie sich an der Oppositionsbewegung beteiligt hatte. Trotz ihrer Inhaftierung erhielt sie 2022 gemeinsam mit den Mitaktivistinnen Swjatlana Zichanouskaja und Veronika Zepkalo den Internationalen Karlspreis. Die Auszeichnung würdigte ihren Einsatz gegen das autoritäre Regime und für demokratische Reformen in Belarus.

Im Dezember 2025 kam Kalesnikava im Zuge einer größeren Freilassung politischer Gefangener frei – ermöglicht durch diplomatische Vermittlung der USA. Nach ihrer Ankunft in Deutschland wurde ihr politisches Asyl gewährt. In diesem Monat reiste sie nach Aachen, um den Karlspreis persönlich entgegenzunehmen. In ihrer Rede betonte sie die Bedeutung europäischer Solidarität und richtete einen öffentlichen Dank an ihre Unterstützer, die sich jahrelang für ihre Freilassung eingesetzt hatten.

Seit sie in Deutschland lebt, bleibt Kalesnikava eine lautstarke Kritikerin von Lukaschenkos Regierung. Ihre Arbeit konzentriert sich weiterhin auf die Ziele, die bereits die Proteste von 2020 prägten: freie Wahlen und die Einhaltung der Menschenrechte in Belarus.

Ihre Entlassung und Übersiedlung nach Deutschland markieren einen bedeutenden Wendepunkt nach Jahren der Haft. Nun kann sie frei agieren und nutzt ihre Plattform, um den Druck auf die belarussische Führung aufrechtzuerhalten. Die Verleihung des Karlspreises in Aachen unterstrich ihre anhaltende Rolle im Kampf für Demokratie – sowohl in ihrer Heimat als auch in ganz Europa.

Quelle