14 March 2026, 12:08

Maria Kolesnikowa erhält Karlspreis nach Jahren im belarussischen Gefängnis

Ein rotes und weißes Kissen mit den Worten "Justiz für Belarus" darauf gegen einen weißen Hintergrund.

Spätverleihung des Karlspreises an belarussische Oppositionsfigur Kolesnikova - Maria Kolesnikowa erhält Karlspreis nach Jahren im belarussischen Gefängnis

Maria Kolesnikowa, eine führende Persönlichkeit der belarussischen Oppositionsbewegung, hat den Internationalen Karlspreis endlich persönlich entgegengenommen. Die Auszeichnung, die ihr 2022 während ihrer Haftzeit zuerkannt wurde, würdigt ihren Einsatz für Demokratie und freie Wahlen. Die Ehrung nahm sie am Samstag im Aachener Krönungssaal entgegen – zwei Jahre nach der Bekanntgabe.

Kolesnikowa war 2020 wegen ihrer Rolle bei Massenprotesten gegen den autoritären Machthaber Belarusslands, Alexander Lukaschenko, zu elf Jahren in einer Strafkolonie verurteilt worden. Trotz des harten Urteils lehnte sie ein Exil ab und blieb im Land. Ihre Freilassung erfolgte im Dezember 2025 zusammen mit 119 weiteren politischen Gefangenen nach Vermittlungsbemühungen unter Führung der USA.

Der Karlspreis, 1950 ins Leben gerufen, ehrte zuvor Persönlichkeiten wie Papst Franziskus, Emmanuel Macron und Bill Clinton. Armin Laschet, Vorsitzender des Kuratoriums, bezeichnete Kolesnikowas Teilnahme an der Zeremonie als kraftvolles Zeichen der Unterstützung für Demokratieaktivisten in ganz Europa. Sie selbst nannte die Auszeichnung eine "gewaltige Ehre" und ein Symbol der Solidarität während ihrer Jahre hinter Gittern.

Seit ihrer Freilassung hat Belarus unter Lukaschenko, einem der engsten Verbündeten Wladimir Putins, die Repression weiter verschärft. Die Behörden verbieten ausländische Suchmaschinen, stufen Social-Media-Kanäle von Menschenrechtsorganisationen als extremistisch ein und sehen sich mit Kritik der UNO konfrontiert, weil sie freigelassene Häftlinge zwangsweise abschieben. Der Internationale Strafgerichtshof leitete am 12. März 2026 eine vorläufige Untersuchung zu diesen Abschiebungen ein, wobei auch Vorfälle auf litauischem Boden im Fokus stehen. Gleichzeitig vertieft Minsk die Beziehungen zu China und verfolgt eine eigenständigere diplomatische Linie.

Groß angelegte Proteste wie 2020 haben sich nicht wiederholt, und die Regierung geht weiterhin hart gegen abweichende Meinungen vor.

Die Auszeichnung für Kolesnikowa fällt in eine Zeit, in der Belarus weiterhin unter strenger autoritärer Kontrolle steht. Der Preis unterstreicht ihren unermüdlichen Einsatz für demokratischen Wandel – selbst inmitten eskalierender Repression. Die Ermittlungen des Internationalen Strafgerichtshofs und die internationale Beobachtung erhöhen den Druck auf das Lukaschenko-Regime zusätzlich.

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