16 March 2026, 06:09

Missbrauchsskandal im Erzbistum Paderborn: Betroffene fordern Gerechtigkeit und Aufarbeitung

Ein Buch mit Bildern der Inneneinrichtung der Katholischen Kirche und Texten zur Geschichte und Bedeutung.

Missbrauchsskandal im Erzbistum Paderborn: Betroffene fordern Gerechtigkeit und Aufarbeitung

Rund 200 Katholiken versammelten sich in Dortmund, um über den Missbrauchsskandal durch Kleriker im Erzbistum Paderborn zu sprechen. Das Treffen markierte den Auftakt einer Gesprächsreihe unter der Leitung von Erzbischof Udo Markus Bentz, der Entschädigungszahlungen für die Betroffenen zugesagt hatte.

Zwischen 1941 und 2002 verzeichnete das Erzbistum 485 Missbrauchsopfer, wobei über 200 Geistliche in die Vorfälle verwickelt waren. Ein Bericht aus dem Jahr 2023 legte diese Fälle offen, doch gegen keinen der Beschuldigten wurden bisher offizielle disziplinarische Maßnahmen eingeleitet.

Während der Veranstaltung forderte Michael Heltner, ein Betroffener von Kleriker-Missbrauch, faire finanzielle Wiedergutmachung sowie langfristige psychologische Unterstützung. Ein weiterer Teilnehmer schlug vor, das Erzbistum solle ein Prozent seines Vermögens für Renten und Entschädigungen der Geschädigten bereitstellen.

Erzbischof Bentz bestätigte, dass bereits 75 bis 80 Prozent der Opfer Entschädigungen erhalten hätten. Zudem kündigte er an, die Gespräche in den kommenden beiden Tagen in Schmallenberg und Rheda-Wiedenbrück fortzusetzen.

Die Teilnehmer regten außerdem an, dass Gemeinden einen Sonntag explizit der Aufarbeitung des Skandals widmen sollten, um Reflexion und Verantwortung zu fördern.

Obwohl das Erzbistum die meisten Betroffenen entschädigt hat, bleiben Forderungen nach mehr Transparenz und Unterstützung bestehen. Ohne Konsequenzen für die beschuldigten Geistlichen bleibt die Frage der Verantwortung jedoch ungelöst.

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