Münsters Innenstadt in der Krise: Leerstand und zerrissene Pläne spalten Politik und Handel
Elias KellerMünsters Innenstadt in der Krise: Leerstand und zerrissene Pläne spalten Politik und Handel
Treffen zwischen lokalen Unternehmern und Politikern offenbart Sorgen um Münsters kämpfende Innenstadt
Bei einem kürzlichen Austausch zwischen ansässigen Geschäftsleuten und Politikern wurden tiefe Besorgnis über die schwächelnde Münsteraner Innenstadt deutlich. Die von der Aktionsgemeinschaft Münster (AGM) organisierte Veranstaltung konzentrierte sich auf die steigende Zahl leerstehender Läden und Pläne zur Belebung des Viertels. Spannungen entstanden, als Vorschläge für eine Fußgängerzone und einen Förderfonds für Unternehmen auf starken Widerstand stießen.
Die AGM hatte die Veranstaltung "Wirtschaft trifft Politik" im Autohaus Plaschka ausgerichtet. Unter den Teilnehmenden waren Unternehmer, Stadträt:innen sowie Maria Plaschka, die Vorsitzende der AGM. Wernhard Helms präsentierte eine eindrucksvolle Fotoserie, die 18 leere Geschäfte entlang der Wilhelm-Bockelmann-Straße und benachbarter Straßen zeigte.
Die SPD-Fraktion hatte vorgeschlagen, einen Abschnitt der Straße für den Verkehr zu sperren und eine Fußgängerzone einzurichten – mit dem Ziel, die lokale Gastronomie zu stärken und die Lebensqualität zu verbessern. Doch die Geschäftsleute lehnten den Plan ab und argumentierten, er werde keine zusätzlichen Kund:innen anlocken.
Plaschka kritisierte, der SPD-Vorschlag habe wichtige Akteure ausgeschlossen und mangle an konkreten Details. Marco Tews von der SPD schlug unterdessen vor, den Plan zurückzuziehen, und betonte, er sei nie als Konfrontation mit dem lokalen Handel gedacht gewesen. Trotz der Differenzen sah Plaschka auch Positive in der Veranstaltung: Sie habe den Dialog zwischen Wirtschaft und Politik wiederbelebt.
Um neuen Einzelhändler:innen unter die Arme zu greifen, brachte die AGM einen Förderfonds ins Spiel, der für begrenzte Zeit Mietkosten übernehmen soll.
Das Treffen legte die tiefen Gräben bei der Frage offen, wie Münsters Leerstand und sinkende Besucherfrequenz zu bekämpfen sind. Während der Fußgängerzonen-Plan auf Ablehnung stieß, könnte der Mietkostenzuschuss der AGM eine Rettungsleine für kämpfende Betriebe sein. Weitere Gespräche sind zu erwarten, da beide Seiten nach Lösungen für die Zukunft der Innenstadt suchen.






