Neue Sicherheitsregeln sollen tödliche Stromunfälle in Risikoberufen stoppen
Marie KrügerNeue Sicherheitsregeln sollen tödliche Stromunfälle in Risikoberufen stoppen
Neue Vereinbarung soll Stromunfälle in deutschen Risikoberufen reduzieren
Eine neue Vereinbarung zielt darauf ab, die Zahl der Stromunfälle in Deutschlands gefährdeten Berufen zu senken. Der im Februar 2023 zwischen dem ZVEH und der BG ETEM geschlossene Pakt sieht strengere Sicherheitsvorkehrungen vor – ausgelöst durch alarmierende Zahlen aus dem Vorjahr. Fachleute warnen: Wer grundlegende Regeln missachtet, riskiert schwere Verletzungen – oder Schlimmeres.
Am 12. Februar 2023 besiegelten der Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) und die Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse (BG ETEM) eine branchenweite Initiative zur Verringerung von Stromunfällen. Kern der Vereinbarung ist die konsequente Einhaltung von fünf zentralen Sicherheitsregeln, insbesondere beim Umgang mit spannungsfreien Anlagen. Die Auswertung der Daten aus dem Jahr 2023 ergab, dass jeder dokumentierte Unfall auf die Missachtung mindestens einer dieser Vorschriften zurückging.
Allein im vergangenen Jahr ereigneten sich in Deutschland 4.492 Stromunfälle, darunter drei tödliche Elektroschläge. Bei 562 Vorfällen mussten Betroffene mindestens drei Tage pausieren. Branchenvertreter bezeichnen diese Zahlen als inakzeptabel und betonen, dass unsichere Arbeitsbedingungen Menschenleben gefährden.
Martin Böhm, Vizepräsident des ZVEH und Vorstandsmitglied der BG ETEM, unterstrich die Dringlichkeit, Sicherheitsstandards einzuhalten. Jörg Botti, Vorstandsvorsitzender der BG ETEM, unterstützte diese Haltung und warnte: „Nachlässigkeit in Hochrisikoberufen kann tödliche Folgen haben.“ Der ZVEH, der 48.225 Unternehmen und über eine halbe Million Beschäftigte vertritt, nimmt eine Schlüsselfunktion bei der Umsetzung der Initiative ein.
Um das Bewusstsein für die Gefahren zu schärfen, plant die BG ETEM, ihre Aufklärungskampagnen auszubauen – unter anderem durch Online-Aktionen und Kooperationen mit Influencern. Ziel ist es, dass Sicherheitsregeln für jeden Beschäftigten im Arbeitsalltag selbstverständlich werden.
Die Vereinbarung definiert klare Erwartungen an Unternehmen und Mitarbeiter gleichermaßen. Durch konsequentere Kontrollen und eine breitere Aufklärung hoffen die Verantwortlichen, die Unfallzahlen in den kommenden Jahren zu senken. Im Mittelpunkt steht weiterhin die Vermeidung von Verletzungen und die Rettung von Menschenleben durch lückenlose Sicherheitspraktiken.
