Neuer 100-Qubit-Quantencomputer am Jülich Supercomputing Centre installiert
Elias KellerNeuer 100-Qubit-Quantencomputer am Jülich Supercomputing Centre installiert
Am Jülich Supercomputing Centre (JSC) in Deutschland ist ein neuer Quantencomputer mit 100 Qubits eingetroffen. Das von dem französischen Unternehmen Pasqal gelieferte Gerät wurde im Rahmen einer europäischen Initiative zur Stärkung der Quantencomputing-Fähigkeiten Mitte November 2023 installiert.
Dies stellt den zweiten Quantenrechner dar, der im Rahmen des HPCQS-Projekts in Betrieb genommen wurde – einer europaweiten Anstrengung, um Quantensysteme mit klassischem Hochleistungsrechnen zu verbinden. Die erste Anlage war bereits vier Monate zuvor nach Frankreich geliefert worden. Beide Systeme sollen langfristig mit dem JURECA-DC-Supercomputer am JSC vernetzt werden und so die bestehende „Jülich UNified Infrastructure for Quantum Computing“ (JUNIQ) erweitern.
Das vom JSC koordinierte HPCQS-Projekt umfasst sechs europäische Länder und wird von der gemeinsamen Unternehmung EuroHPC (EuroHPC JU) gefördert. Zusätzlich steuerte das deutsche Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) Mittel bei. Ziel der Initiative ist der Aufbau einer hybriden Infrastruktur, in der Quanten- und Hochleistungscomputing Hand in Hand arbeiten.
Pasqals Technologie basiert auf neutralen Atomen für analoge Quantenverarbeitung. Geplante Anwendungsbereiche sind unter anderem die Medikamentenentwicklung, die Optimierung von Lieferketten und die Stärkung der Cybersicherheit. Während das französische System voraussichtlich Anfang 2025 den Betrieb aufnehmen wird, soll die Jülicher Anlage im Juni 2025 folgen.
Der neue Quantencomputer festigt Europas Position in der Spitzenforschung im Bereich fortschrittlicher Computertechnologien. Sobald er einsatzbereit ist, wird er wissenschaftliche und industrielle Projekte in verschiedenen Sektoren unterstützen. Die Verknüpfung mit den Hochleistungsrechenressourcen des JSC dürfte Innovationen in Bereichen wie Medizin und Logistik beschleunigen.






