Neuer Castor-Transport erreicht Ahaus – Proteste und Polizeipräsenz begleiten atomaren Abfall
Elias KellerNeuer Castor-Transport erreicht Ahaus – Proteste und Polizeipräsenz begleiten atomaren Abfall
Ein Castor-Behälter mit atomarem Abfall erreichte am frühen Mittwochmorgen das Zwischenlager im nordrhein-westfälischen Ahaus. Die Lieferung legte 170 Kilometer vom Forschungszentrum Jülich zurück, ohne dass es Berichte über Zwischenfälle gab. Sowohl Polizei als auch Demonstranten waren vor Ort, als der Konvoi in der kleinen Stadt eintraf.
Der Transport startete gegen 10 Uhr in Jülich und bewegte sich unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen durch Nordrhein-Westfalen. Rund 2.400 Beamte überwachten die Strecke – ein Einsatz, der von Patrick Schlüter als unangemessene Belastung der Polizeikräfte kritisiert wurde.
Atomkraftgegner versammelten sich entlang der Route; einige verhandelten über Zugangsmöglichkeiten für Protestierende. Hanna Poddig, die eine Mahnwache organisiert hatte, konnte die Polizei davon überzeugen, Demonstranten mit dem Fahrrad anreisen zu lassen. Sie forderte, alle solchen Transporte solange zu stoppen, bis ein Endlager für den Atommüll gefunden sei.
Das Zwischenlager Ahaus liegt etwa zwei Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Die aktuelle Lieferung folgt auf die erste große Anlieferung im Jahr 1994, die damals massiven Widerstand auslöste. Derzeit werden 152 Castor-Behälter schrittweise von Jülich nach Ahaus verlagert.
Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul erwartet, dass künftige Transporte zur Routine werden. Er deutete an, dass bis zu drei Castor-Transporte gleichzeitig stattfinden könnten, um langfristig einen "Gewöhnungseffekt" zu erzielen.
Die Ankunft des Behälters markiert einen weiteren Schritt in der deutschen Atommuellentorgung. Behörden und Aktivisten bleiben jedoch uneins über die Sicherheit und Notwendigkeit dieser Transporte. Weitere Lieferungen sind geplant – und damit auch erneute Begegnungen zwischen Polizei und Protestierenden entlang der Strecke.






