04 March 2026, 12:16

NRW-Förderschulen kämpfen um Ganztagsbetreuung trotz Rechtsanspruchs ab 2023

Ein Plakat mit der Aufschrift "Brauchen die Armen die Hilfe ihrer Kinder?" mit Bildern.

GEW-Umfrage zu Förderschulen in der Betreuung deckt gravierende Defizite auf - NRW-Förderschulen kämpfen um Ganztagsbetreuung trotz Rechtsanspruchs ab 2023

Ab dem Sommer 2023 haben alle Erstklässler in Deutschland einen gesetzlichen Anspruch auf ganztägige Betreuung – das gilt auch für Schüler an Förderschulen in Nordrhein-Westfalen (NRW). Doch noch Monate vor dem Stichtag kämpfen diese Schulen bereits mit massivem Personal- und Raummangel. Die Herausforderungen werfen die Frage auf, wie die neue Vorgabe fristgerecht umgesetzt werden kann.

An den NRW-Förderschulen fehlen derzeit rund 1.100 Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen. Auch Fachlehrkräfte sind knapp. Die Situation setzt die freiwilligen Offenen Ganztagsschulen (OGS) unter Druck – bereits ein halbes Jahr vor Einführung des Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung reichen die Kapazitäten nicht aus.

Daten aus dem Jahr 2025 zeigen, dass 42 Prozent der Förderschulen mit verpflichtendem Ganztagsbetrieb mindestens eine Nachmittagsstunde pro Woche streichen oder ausfallen lassen mussten. Der Mangel betrifft nicht nur das Personal: Viele Schulen verfügen schlicht nicht über die räumlichen Voraussetzungen, um den erweiterten Betreuungsbedarf zu decken.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Als Reaktion fordert die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) dringende Maßnahmen: den Ausbau der Ausbildungsplätze für Sonder- und Fachlehrkräfte, den Aufbau multiprofessioneller Teams sowie den Bau zusätzlicher, geeigneter Räumlichkeiten. Langfristig plädiert die GEW dafür, an allen Förderschulen verbindliche Ganztagsmodelle einzuführen, um die Nachfrage zu bedienen.

Der gesetzliche Anspruch auf Ganztagsbetreuung für Erstklässler tritt zwar erst im Sommer 2023 in Kraft, doch die Förderschulen in NRW sind bereits jetzt am Limit. Ohne mehr Personal und bessere Infrastruktur wird die Umsetzung der neuen Regelung schwer. Die Vorschläge der GEW zielen darauf ab, die Lücken zu schließen – doch die Zeit wird knapp.