23 January 2026, 22:16

NRW setzt auf Wasserstoff – und will Europas erste klimaneutrale Industrieregion werden

Ein blauer Kreis mit einem weißen Wasserstoff-Symbol in der Mitte, umgeben von einem weißen Rand, mit der darunter in fetter, schwarzer Schrift geschriebenen Text "Basque Hydrogen Corridor".

NRW setzt auf Wasserstoff – und will Europas erste klimaneutrale Industrieregion werden

Nordrhein-Westfalen will Europas erste klimaneutrale Industrieregion werden – und setzt dabei maßgeblich auf Wasserstofftechnologie. Im Mittelpunkt des Plans stehen drastische Emissionsreduktionen in der Schwerindustrie. Dank seiner zentralen Lage, der bestehenden Infrastruktur und politischer Rückendeckung könnte das Land zum künftigen Drehkreuz der europäischen Wasserstoffwirtschaft aufsteigen.

Die Branchen der Region – Chemie, Zement, Ziegel, Glas und Stahl – brauchen Wasserstoff als Ersatz für fossile Brennstoffe. Vorreiter wie das Ziegelwerk Janinhoff in Münster haben bereits grünen Wasserstoff eingeführt und beweisen damit sein Potenzial in traditionellen Sektoren. Dort läuft mittlerweile ein wasserstoffbetriebener Brennofen, der die Emissionen senkt, ohne die Produktion zu beeinträchtigen.

Um die Umstellung zu beschleunigen, vernetzt die Initiative IN4climate.NRW über 80 Unternehmen, Forschungsgruppen und Verbände. Ihr Fokus liegt auf Wasserstofflösungen für die Chemie- und Fertigungsindustrie, etwa durch Projekte wie IN4climate.RR im Rheinischen Revier, das an einer nachhaltigen Energieversorgung arbeitet. Veranstaltungen wie „H2 in Industrie und Gewerbe“ präsentieren konkrete Anwendungen – von emissionsfreien Öfen bis zu sauberem Transport. Doch die hohen Kosten bleiben eine Hürde. Instrumente wie Klimaschutzverträge (Carbon Contracts for Difference) helfen, die Preislücke zwischen grünem Wasserstoff und fossilen Energieträgern zu schließen und Projekte wirtschaftlich tragfähig zu machen. Öffentliche Beschaffung und Leitmärkte sollen zudem private Investitionen anziehen. Das H2.NRW-Koordinierungsstelle Wasserstoff unterstützt Unternehmen mit Fördermitteln, Netzwerken und Fachwissen.

Auch im Verkehrssektor zeigt sich der Nutzen von Wasserstoff: In Köln, Düsseldorf und Wuppertal laufen Mobilitätsprojekte, die den sauberen Antrieb vorantreiben. Um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten, werden Bedarfe analysiert, Infrastrukturen geplant und lokale erneuerbare Energien in die Produktion integriert.

Nordrhein-Westfalens Strategie vereint industriellen Erfindungsgeist, finanzielle Anreize und branchenübergreifende Zusammenarbeit. Wasserstoffprojekte laufen bereits – von Ziegelbrennöfen bis zu Verkehrsnetzen. Das Ziel ist klar: eine klimaneutrale Industrieregion, angetrieben durch Wasserstoff und gestützt auf abgestimmte Politik sowie gezielte Investitionen.

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