09 May 2026, 14:12

NRW will Bundesrecht für schwimmende Solaranlagen lockern – was das bringt

Luftaufnahme einer Solar-Farm mit Panelen in einem Feld, umgeben von Bäumen, Gras, Pflanzen und Wasser, mit einem Zug auf einer nahen Bahnstrecke.

NRW will Bundesrecht für schwimmende Solaranlagen lockern – was das bringt

Nordrhein-Westfalen drängt auf Änderungen des Bundesrechts für schwimmende Solaranlagen

Das Land setzt sich für flexiblere Vorschriften ein, um den Ausbau erneuerbarer Energien auf Seen und Stauseen voranzutreiben. Behördenvertreter kritisieren, dass die aktuellen Beschränkungen die Entwicklung in diesem Bereich behindern.

Im Januar hatte der Erneuerbare-Energien-Landesverband Nordrhein-Westfalen dem grünen Landesumweltminister Oliver Krischer Vorschläge für eine Reform von Paragraf 36 des Wasserhaushaltsgesetzes unterbreitet. Demnach dürfen schwimmende Photovoltaik-Anlagen derzeit maximal 15 Prozent der Wasseroberfläche bedecken und müssen einen 40-Meter-Abstand zum Ufer einhalten.

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Das Land hält diese Vorgaben für unnötige Hürden. In seiner Stellungnahme bezeichnete es die Regelungen als „pauschale Beschränkungen“, die ökologisch nicht immer sinnvoll seien. Stattdessen plädiert Nordrhein-Westfalen für eine Einzelfallprüfung bei Genehmigungen.

Bisher sind in der Region sechs schwimmende Solarkraftwerke in Betrieb. Die größte Anlage mit einer Leistung von 5,6 Megawatt liegt auf einem Baggersee in Bislich. Um weitere Projekte zu fördern, hat das Land Mitte Mai ein Förderprogramm für Agri-Photovoltaik und schwimmende Solaranlagen wiederaufgelegt.

Aktuelle Marktdaten zeigen ein wachsendes Interesse an Solarstrom. Im Oktober 2025 erreichte der Solarstrompreis mit 6,980 Cent pro Kilowattstunde den höchsten Stand seit Februar – der dritthöchste Wert in diesem Jahr. Nun fordert Nordrhein-Westfalen die Bundesregierung auf, die vorgeschlagenen Änderungen über den Bundesrat umzusetzen.

Sollten die Reformen durchgesetzt werden, könnten die starren Flächenbegrenzungen und Abstandsregeln entfallen. Das würde den Bau weiterer Anlagen wie dem 5,6-Megawatt-Kraftwerk in Bislich erleichtern und die Kapazitäten für erneuerbare Energien ausbauen.

Quelle