Olaf Scholz feiert Geburtstag zwischen EU-Gipfel und Karnevalstraditionen
Elias KellerOlaf Scholz feiert Geburtstag zwischen EU-Gipfel und Karnevalstraditionen
Bundeskanzler Olaf Scholz verbindet eine besondere Beziehung mit den Karnevalstraditionen. Geboren am 11. November 1955, teilt er seinen Geburtstag mit dem inoffiziellen Auftakt der "fünften Jahreszeit". In diesem Jahr vermischen sich in seinem Terminkalender Politik und Festtagsbräuche – selbst während eines wichtigen EU-Gipfels in Brüssel.
Scholz' Verbindung zum Karneval reicht tief. Seine Großmutter stammte aus Andernach im Rheinland, einer Region, die für ihre ausgelassenen Feiern bekannt ist. Aufgewachsen ist er im Sauerland, wo sowohl der Karneval als auch Schützenfeste zum kulturellen Erbe gehören. Im Laufe der Jahre fielen drei seiner "runden" Geburtstage – mit 22, 33 und 44 Jahren – auf das symbolträchtige Karnevalsdatum.
Am Weiberfastnacht, dem traditionellen Startschuss für die Straßenfeste, saß der Kanzler jedoch in einer nicht öffentlichen EU-Strategiesitzung nahe Brüssel. Im Mittelpunkt standen Maßnahmen zur Stärkung der europäischen Industrie. Trotz des formellen Rahmens wollte er später bei einer Besprechung mit Teilen des Bundeskabinetts etwas karnevalistischen Geist einbringen.
Der Weiberfastnacht selbst blickt auf eine lange Geschichte zurück, besonders im Rheinland. Die Tradition geht bis ins Mittelalter zurück, als Frauen für einen Tag symbolisch die Macht übernahmen, Männern die Krawatten abschnitten und Rathäuser stürmten. Im Bonner Stadtteil Beuel führten Wäscherinnen 1824 einen Aufstand an, um zu verhindern, dass Männer das hart verdiente Waschgeld verprassten. Mit der Zeit entwickelten sich daraus bunte Umzüge – der erste organisierte Rosenmontagszug in Köln fand bereits 1823 statt. In den 1950er-Jahren wurden das Krawattenabschneiden und Frauenprozessionen wie der "Bellejeckzoch" zu festen Bestandteilen der Feierlichkeiten.
Scholz' Geburtstag verbindet ihn mit den kulturellen Wurzeln des Karnevals, während seine politischen Pflichten mit dessen lebhaftestem Tag zusammenfallen. Die Mischung aus persönlicher Tradition und amtlichen Verpflichtungen zeigt, wie tief diese Bräuche im deutschen Alltag verwurzelt sind. Selbst in Brüssel begleitete ihn der Geist des Weiberfastnacht in die hochrangigen Gespräche.
