Platonische Küsse unter Freunden: Warum Stars wie Madonna und Scarlett Johansson Grenzen neu definieren
Elias KellerPlatonische Küsse unter Freunden: Warum Stars wie Madonna und Scarlett Johansson Grenzen neu definieren
Öffentliche Zuneigungsbekundungen unter Freunden – ohne romantischen Hintergrund – werden immer häufiger und gesellschaftlich akzeptierter. In den letzten Jahren haben Prominente wie Scarlett Johansson, Jonathan Bailey oder sogar Madonna ihre engen Freunde mit platonischen Küssen überrascht. Solche Momente, die einst als ungewöhnlich galten, spiegeln heute einen kulturellen Wandel wider: Die Grenzen zwischen Freundschaft und körperlicher Nähe verschieben sich.
Besonders seit 2021 nimmt der Trend zu platonischen Küssen auf den Lippen spürbar zu. Stars wie Hannah Waddingham, Gigi Hadid oder Madonna haben ihre besten Freunde offen auf den Mund geküsst – oft geteilt auf Social Media. Die Moderatorin Cat Deeley etwa gab ihrer Freundin Charlie Brear zum Geburtstag spielerisch einen Kuss auf die Lippen und nannte es ein "Mädchenfreundschafts"-Ritual.
Scarlett Johansson und Jonathan Bailey sorgten im vergangenen Jahr bei der Promotion zu Jurassic World: Rebirth für Gesprächsstoff. Ihre herzliche Freundschaft, inklusive eines öffentlichen Kusses, löste gemischte Reaktionen aus. Bailey verteidigte die Geste später mit den Worten: "Wenn man seine Freunde nicht küssen darf, ist das Leben zu kurz, um darauf zu verzichten!" Sein Kollege Colin Jost, der mit Johansson verheiratet ist, scherzte, er müsse Bailey nun wohl auch küssen – um den "Kreislauf zu schließen" –, und zerstreute damit Spekulationen über eine romantische Beziehung, da Bailey offen schwul lebt.
Experten betonen, dass solche Zuneigungsbekundungen in Hollywood keineswegs neu sind. Die Kommunikationsberaterin Judi James erklärt, dass nicht-sexuelle Küsse oft tiefes Vertrauen und emotionale Verbundenheit signalisieren. Selbst in der Tierwelt dienen ähnliche Gesten dazu, soziale Bindungen zu stärken und ein Gefühl von Sicherheit zu schaffen. Der Wandel in der öffentlichen Meinung ist besonders bei jüngeren und progressiven Gruppen deutlich spürbar. Virale TikTok-Trends oder Beispiele wie Harry Styles, der lässig männliche Freunde küsst, haben dazu beigetragen, das Verhalten zu normalisieren – auch wenn konservative Kreise dem Trend weiterhin skeptisch gegenüberstehen.
Forscher vermuten, dass solche Küsse einen evolutionären Zweck erfüllen: Sie festigen enge soziale Verbindungen. Die zunehmende Sichtbarkeit platonischer Zuneigung – ob zwischen Frauen, Männern oder gemischten Freundespaaren – zeigt, wie sich die Einstellungen dazu ändern, wie Freundschaft und Liebe ausgedrückt werden können.
Von roten Teppichen bis zu Social Media sind platonische Küsse auf den Lippen längst keine Seltenheit mehr. Prominente integrieren die Geste zunehmend als natürlichen Bestandteil enger Freundschaften, während die gesellschaftliche Akzeptanz in vielen Communities stetig wächst. Der Trend unterstreicht, dass körperliche Zuneigung, einst strikt mit Romantik verbunden, heute eine größere Rolle in zwischenmenschlichen Beziehungen spielt.






