Preiskampf bei Aldi Süd und Norma lässt Fleischbranche zittern
Ein Preiskampf ist unter deutschen Supermärkten entbrannt, der die Kosten für Schweinefleisch, Rindfleisch und Milchprodukte drückt. Discounter wie Aldi Süd und Norma haben die Preise für beliebte Fleischwaren drastisch gesenkt – mit Folgen für Landwirte und Verarbeiter. Branchenverbände warnen nun vor tiefgreifenden strukturellen Veränderungen in der Schweinehaltung und Fleischproduktion.
Den Anfang machte Butter, die mittlerweile für unter 1 Euro pro 250 Gramm angeboten wird. Kurz darauf reduzierte Aldi Süd die Preise für vorgepacktes Gyros um bis zu 7 Prozent, ebenso wie für Schweineschnitzel, Koteletts und Gulasch. Norma zog nach und senkte die Preise für Schweinekoteletts, Minute-Steaks und Hackfleisch. Eine 800-Gramm-Packung Schweinehackfleisch kostet bei Aldi Süd nun nur noch 3,79 Euro.
Die Erzeugerpreise für Schweinefleisch sind seit dem Herbst stark gefallen – um 15 Cent auf 1,45 Euro pro Kilogramm. Die Erzeugergemeinschaft für Vieh und Fleisch (VEZG) führt den Preisverfall auf ein Überangebot an schlachtreifen Schweinen nach den Feiertagen zurück. Gleichzeitig sind auch die Milchpreise gesunken, was die finanzielle Belastung der Produzenten weiter verschärft.
Der Preisdruck trifft bereits die verarbeitende Industrie. Der Fleischkonzern Vion kündigte an, sein Rinderschlachtbetrieb in Hilden zu schließen – rund 160 Mitarbeiter verlieren dadurch ihren Arbeitsplatz. Auch der Wurstwarenhersteller EWN Wurstspezialitäten wird sein Werk in Britz schließen, wobei 500 Stellen gestrichen werden. Der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband (WLV) warnt, dass diese Entwicklungen die Konzentration in der Schweinehaltung beschleunigen werden.
Große Insolvenzen oder ausländische Übernahmen großer Fleischverarbeiter gab es zuletzt nicht. Die einzige nennenswerte Insolvenz Anfang 2025 betraf die Ziegler-Gruppe, ein Unternehmen der Holzindustrie, das nichts mit der Fleischproduktion zu tun hat.
Die Supermärkte setzen ihre Preissenkungen für Hackfleisch und Wurstwaren fort und setzen damit Landwirte und Verarbeiter unter Druck. Die Warnungen des WLV deuten darauf hin, dass weitere Umstrukturierungen bevorstehen, während sich die Branche an den anhaltenden Preiskampf anpasst. Arbeitsplatzverluste und Werksschließungen haben bereits begonnen – weitere Veränderungen werden in den kommenden Monaten erwartet.
