PSA-Test revolutioniert Prostatakrebs-Früherkennung – doch nur wenige Männer nutzen ihn
Marie KrügerWann sollten Sie dringend einen Urologen aufsuchen - PSA-Test revolutioniert Prostatakrebs-Früherkennung – doch nur wenige Männer nutzen ihn
Früherkennung von Krebserkrankungen der Harnwege und männlichen Geschlechtsorgane bleibt eine große gesundheitliche Herausforderung. Obwohl viele Fälle im Frühstadium keine Symptome zeigen, können regelmäßige urologische Vorsorgeuntersuchungen helfen, Probleme zu erkennen, bevor sie fortschreiten. Neue Leitlinien empfehlen nun den PSA-Bluttests als Hauptmethode zur Früherkennung von Prostatakrebs – anstelle der älteren körperlichen Untersuchungen.
Der Prostataspezifische-Antigen-Test (PSA-Test) gilt mittlerweile als die bevorzugte Methode zur Prostatakrebsvorsorge. Männern wird geraten, sich ab Mitte 40 erstmals testen zu lassen, um einen Basiswert zu ermitteln und das persönliche Risiko einzuschätzen. Liegt der PSA-Wert bei 1,5 oder darunter, reicht eine Nachuntersuchung alle fünf Jahre. Bei Werten zwischen 1,5 und 3 sollte alle zwei Jahre kontrolliert werden, während Werte über 3 oder ein starker Anstieg weitere Abklärungen erfordern.
Trotz dieser Empfehlungen bleibt die Teilnahmequote gering. Laut Deutscher Krebshilfe lassen sich nur etwa 17 Prozent der Männer regelmäßig urologisch untersuchen. Bei 50-Jährigen liegt die Screening-Rate bei rund 13 Prozent, bei 75-Jährigen steigt sie auf etwa 30 Prozent. Bei Männern, deren Vater oder Bruder an Prostatakrebs erkrankt ist, liegt die Teilnahme bei etwa 30 Prozent – war der Angehörige bei der Diagnose jünger als 60, sogar bei bis zu 50 Prozent.
Viele Männer meiden Vorsorgeuntersuchungen nach wie vor aus Unbehagen vor Eingriffen wie der digitalen rektalen Untersuchung. Doch die Früherkennung von Tumoren in Hoden, Blase, Nierenbecken oder Harnleitern kann lebensrettend sein, da diese oft ohne spürbare Symptome verlaufen.
Der Wechsel zum PSA-Test soll die Prostatakrebsvorsorge zugänglicher und weniger belastend machen. Angesichts der niedrigen Teilnahmezahlen betonen Gesundheitsexperten weiterhin die Bedeutung regelmäßiger urologischer Kontrollen. Ein in den mittleren Lebensjahren ermittelter Basiswert und die langfristige Beobachtung von Veränderungen könnten helfen, Krebs früher zu erkennen – wenn die Behandlung am wirksamsten ist.
