Regierung fliegt 500 Mal in sieben Monaten – und zahlt für Hunderte leere Maschinen
Elias KellerRegierung fliegt 500 Mal in sieben Monaten – und zahlt für Hunderte leere Maschinen
Ein neuer Bericht offenbart die starke Abhängigkeit der deutschen Regierung von ihrer Lufthansa-Staffel: Allein in sieben Monaten wurden fast 500 Passagierflüge registriert. Der Linken-Politiker Dietmar Bartsch kritisierte die hohe Zahl an Flügen, darunter Hunderte leere 'Positionierungsflüge', und bezeichnete die aktuelle Praxis als verschwendungsintensiv.
Zwischen Mai und Dezember 2025 verzeichnete das Verteidigungsministerium 488 Flüge, die Bundesminister, die Bundeskanzlerin oder den Bundespräsidenten transportierten. Davon entfielen 127 auf Kabinettsmitglieder, wobei das Bundeskanzleramt mit 106 Flügen am häufigsten nutzte. Es folgten das Auswärtige Amt mit 96 Flügen und das Amt des Bundespräsidenten mit 66.
Besonders häufig griffen das Verteidigungs- und das Auswärtige Amt auf den Service zurück – mit 24 bzw. 28 Flügen. Das Landwirtschaftsministerium hingegen nutzte die Lufthansa-Staffel kaum und buchte lediglich zwei Flüge.
Bartsch wies darauf hin, dass den 488 Passagierflügen etwa 700 leere Positionierungsflüge gegenüberstanden, die für Schulungen und die Umpositionierung von Maschinen dienten. Er hinterfragte die Notwendigkeit solcher Einsätze, zumal kommerzielle Flüge oder Bahnreisen als Alternativen infrage kämen. Zudem bezeichnete er den Standort der Lufthansa-Staffel in Köln als 'teuren strukturellen Fehler' – schließlich sei Berlin seit über 30 Jahren Hauptstadt.
Als Reaktion fordert Bartsch nun detaillierte Flugdaten sämtlicher Regierungsreisen ab dem 6. Mai 2025 an, um mehr Transparenz und Kosteneinsparungen voranzutreiben.
Die Erkenntnisse zeigen ein deutliches Muster: Spitzenpolitiker nutzen den Lufthansa-Service intensiv, mit dem Kanzleramt an der Spitze. Bartschs Forderung nach wirtschaftlicheren Reiseoptionen spiegelt die breitere Debatte über Effizienz und Haushaltsdisziplin wider. Die Daten werden nun weiter geprüft – der Reformdruck wächst.
