Rentenreform gefordert: Warum Deutschlands System am Welttag der Älteren in der Kritik steht
Elias KellerRentenreform gefordert: Warum Deutschlands System am Welttag der Älteren in der Kritik steht
Welttag der älteren Menschen am 1. Oktober: Neue Forderungen nach Rentenreform in Deutschland
Der LandesSeniorenVertretung Nordrhein-Westfalen (LSV) zufolge muss die Rentenpolitik dringend für mehr finanzielle Gerechtigkeit reformiert werden. Unter dem diesjährigen Motto "Ja zum Alter" wird nicht nur die Leistungsfähigkeit älterer Generationen gewürdigt, sondern auch ein ausgewogeneres System gefordert.
Kritik übt die LSV etwa am umstrittenen Vorschlag einer "Boomer-Solidaritätsabgabe", die sie als provokativ und ungerecht zurückweist. Stattdessen pocht die Organisation auf eine Reform, die die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich schließt. Wie LSV-Vorsitzender Karl-Josef Büscher betont, hätten ältere Menschen bereits ein Leben lang durch Arbeit und Fürsorge Solidarität bewiesen.
Internationale Vorbilder für eine zukunftsfähige Rente Ein Blick ins Ausland zeigt: Einige Länder verfügen über funktionierende Rentensysteme. Die Niederlande führen mit 85,4 Punkten im Global Pension Index 2025 dank ihres mehrstufigen Modells und einer starken Kapitaldeckung. Dänemark garantiert eine universelle Volksrente mit einer Nettoersatzquote von 77,1 Prozent – unabhängig vom Einkommen, aber an den Wohnsitz geknüpft. Chile wiederum hat sein System kürzlich reformiert, den staatlichen Zuschuss erhöht und so die durchschnittliche Ersatzquote von 41,5 auf 61,3 Prozent gesteigert, um Altersarmut zu bekämpfen.
Gegen Klischees, für Realismus und Inklusion Die LSV setzt sich zudem für ein realistischeres Bild des Alterns ein und fordert, dass auch benachteiligte Gruppen stärker in die Rentensicherung einbezogen werden.
Die Debatte in Deutschland, wie faire Renten für kommende Generationen gesichert werden können, gewinnt damit an Fahrt. Angesichts internationaler Beispiele plädiert die LSV für ein System, das die Lebensleistung Älterer anerkennt – und gleichzeitig Vermögensungleichheiten abbaut, ohne die langfristige Stabilität zu gefährden.






