Rewe-Chef Souque attackiert Schokoladenhersteller wegen unfairer Preispolitik
Lara MeyerRewe-Chef Souque attackiert Schokoladenhersteller wegen unfairer Preispolitik
Rewe-Chef Lionel Souque hat große Schokoladenmarken scharf kritisiert, weil diese ihre Preise trotz sinkender Kakaokosten nicht gesenkt hätten. Gleichzeitig erläuterte er, wie die Supermarktkette auf mögliche Mehrwertsteuer-Senkungen in Deutschland reagieren will. Seine Äußerungen unterstreichen die anhaltenden Bedenken hinsichtlich der Preisfairness im Einzelhandel.
Als Beispiel nannte Souque die Milka-Alpenmilch-Tafel. Der empfohlene Verkaufspreis für eine 100-Gramm-Tafel lag einst bei 1,49 Euro, doch später wurde das Gewicht auf 90 Gramm reduziert – bei gleichem Preis. Er warf großen Herstellern wie Lindt und Mondelez vor, die gesunkenen Kakao-Rohstoffkosten nicht an die Verbraucher weiterzugeben.
Rewe hingegen habe bei den Eigenmarken bereits Preissenkungen vorgenommen. Die Kette reduzierte den Preis ihrer 100-Gramm-Einstiegs-Schokoladentafel zweimal – zunächst auf 89 Cent, dann auf 79 Cent. Souque stellte dies den Markenartikeln gegenüber, bei denen die Ersparnisse durch niedrigere Rohstoffpreise nicht bei den Kunden ankämen.
Zur möglichen Senkung der Mehrwertsteuer führte er ein Produkt für 1,09 Euro an: Bei einer Reduzierung des Steuersatzes um zwei Prozentpunkte könnte der Preis auf 99 Cent sinken. Allerdings betonte er, dass Rewe eine solche Steuersenkung nicht auf Einzelprodukte, sondern flächendeckend auf das gesamte Sortiment anwenden würde. Ziel sei es, die durchschnittlichen Ersparnisse weiterzugeben – auch wenn nicht jeder Artikel günstiger werde.
Souques Aussagen setzen die großen Markenhersteller unter Druck, ihre Preispolitik transparenter zu gestalten. Die eigenen Preissenkungen von Rewe bei der Handelsmarke-Schokolade zeigen einen anderen Umgang mit Kostenschwankungen. Die Debatte über faire Preise hält an, während Verbraucher gespannt auf Entwicklungen bei Mehrwertsteuer und Rohstoffkosten warten.






