Sexualstraftäter entkam aus Münsters forensischer Klinik – und niemand bemerkte es
Leon KrausSexualstraftäter entkam aus Münsters forensischer Klinik – und niemand bemerkte es
Im September 2022 entkam ein verurteilter Sexualstraftäter aus einer geschlossenen forensischen Klinik in Münster-Amelsbüren. Die Behörde wurde damals nicht informiert – erst jetzt, fast sechs Monate später, sind Einzelheiten bekannt geworden. Die Ausländerbehörde fahndet mit einem Europäischen Haftbefehl nach dem 33-jährigen Iraner, da sie davon ausgehen, dass er ins Ausland geflohen ist.
Der Mann war seit Februar 2020 in der forensischen Abteilung der Klinik Münster-Amelsbüren untergebracht. Vor seiner Flucht verbrachte er etwa 18 Monate im Hochsicherheitsbereich der Einrichtung, nachdem er im März 2024 dorthin verlegt worden war. Weder die Klinik noch die Behörde gaben den Vorfall zum Zeitpunkt des Geschehens bekannt.
Die Staatsanwaltschaft weigert sich, weitere Details zum Fall preiszugeben, und verweist auf die verminderte Schuldfähigkeit des Täters. Auch der Klinikträger, die Alexianer GmbH, äußert sich nicht zu der Flucht.
Dass der Vorfall monatelang ungemeldet blieb, wirft Fragen zur Transparenz in solchen Fällen auf. Die Behörde setzt die Fahndung fort; der Gesuchte wird nun europaweit gesucht. Wie und warum es zur Flucht kam, ist weiterhin unklar.
