Solingens evangelische Kirchen kämpfen um ihre Zukunft – welche Standorte bleiben?
Lara MeyerSolingens evangelische Kirchen kämpfen um ihre Zukunft – welche Standorte bleiben?
Hitze Debatte im Solinger Rathaus: Zukunft der evangelischen Kirchengebäude in Solingen steht auf dem Spiel
Am 11. Februar fand im Solinger Stadtsaal eine emotional geführte Bürgerversammlung statt, um über die Zukunft der evangelischen Kirchengebäude der Stadt zu diskutieren. Rund 350 Menschen nahmen teil, darunter Vertreter aller zehn Kirchengemeinden. Die Zusammenkunft folgte wachsender Sorge über sinkende Mitgliederzahlen und die finanzielle Belastung durch den Erhalt zahlreicher Immobilien.
Die Evangelische Kirche in Solingen verwaltet derzeit 13 aktive Kirchengebäude, neun Gemeindezentren sowie Pfarrhäuser. Doch rückläufige Mitglieder- und Personalzahlen werfen die Frage auf, ob alle Standorte langfristig gehalten werden können. Prognosen zufolge wird die Zahl der Gemeindeglieder bis 2040 auf 16.500 sinken – ein weiterer Kostendruck, der zu Einsparungen zwingt.
Die leitende Synode der Kirche hat bereits beschlossen, bis 2035 die Hälfte ihrer Gebäude zu verkaufen, um bis dahin klimaneutral zu werden. Zwar gab es bisher noch keine Schließungen, doch die Lutherkirche kündigte 2025 an, nach 2030 nicht mehr als Kirche genutzt zu werden – Gottesdienste und Veranstaltungen finden jedoch vorerst weiter statt.
Besonders bedroht sind die kleineren Gemeinden Widdert, Rupelrath, Merscheid und Ketzberg, die ihre Gebäude verlieren könnten. Größere Gemeinden wie Ohligs, Wald, Mitte und Dorp sind dagegen vorerst nicht akut gefährdet. Eine endgültige Entscheidung über die zu schließenden Standorte soll bis Ende 2027 fallen.
Die finanziellen und ökologischen Ziele der Kirche erfordern harte Entscheidungen. Angesichts schrumpfender Gemeinden und steigender Unterhaltskosten wird die geplante Verkleinerung des Immobilienbestands die Zukunft der Solinger Protestantengemeinde prägen. Die kommenden Jahre werden zeigen, welche Gebäude über 2035 hinaus erhalten bleiben.
