16 March 2026, 00:48

Solinger Kirchenkreis plant radikale Umstrukturierung wegen Mitgliederschwunds und Finanznot

St. Paul United Methodist Church, a building with windows and doors, surrounded by plants and trees, with snow on the ground and a cloudy sky in the background, with a board with text on the right side.

Solinger Kirchenkreis plant radikale Umstrukturierung wegen Mitgliederschwunds und Finanznot

Kirchenkreis Solingen präsentiert Pläne für Gebäude – Mitgliederschwund und Finanzsorgen erfordern Umstrukturierung

Der Evangelische Kirchenkreis Solingen hat erste Pläne für die Zukunft seiner Immobilien vorgestellt, da die Mitgliederzahlen und die finanziellen Mittel zurückgehen. Eine Arbeitsgruppe hat empfohlen, welche Kirchen und Gemeindezentren offen bleiben sollen, welche möglicherweise geschlossen werden und bei welchen noch weiterer Klärungsbedarf besteht. Die Entscheidungen werden die Entwicklung des Kirchenkreises in den kommenden zehn Jahren prägen.

Ein siebenköpfiges Team unter der Leitung von Hartmut Hoferichter war damit beauftragt worden, eine langfristige Strategie für die Liegenschaften des Kirchenkreises zu erarbeiten. In ihrem Bericht teilen sie die Gebäude in drei Kategorien ein: solche, die erhalten bleiben, solche, die weiterer Diskussion bedürfen, und solche, die für die kirchliche Nutzung nicht mehr tragfähig sind.

Sieben Standorte sollen langfristig erhalten bleiben, darunter die Ohligser Protestantische Stadtkirche, die Walder kirche, die Dorper kirche und die Gräfrather Evangelische kirche. Auch das Gemeindezentrum Höhscheid, das Gemeindezentrum Wittenbergstraße sowie das Schützenstraße/Ritterstraße-Gemeindezentrum bleiben in Nutzung.

Fünf Immobilien können mittelfristig nicht mehr gehalten werden. Betroffen sind die Evangelische kirche Merscheid, die Evangelische kirche Widdert und die Ketzberger Evangelische kirche sowie das Zwinglistraße-Gemeindezentrum und die Lutherkirche. Die Lutherkirchengemeinde hatte bereits vor dieser Prüfung bekannt gegeben, dass ihr Kirchengebäude ab 2030 nicht mehr für Gottesdienste genutzt werden kann.

Unentschieden ist die Zukunft der Christuskirche, des Gemeindezentrums Rupelrath, der Evangelischen kirche Mangenberg und des Corinthstraße-Gemeindehauses. Auch die Stadtkirche Mitte wird noch geprüft. Eine besondere Synode am 14. März 2026 wird die Vorschläge beraten, allerdings ist noch unklar, ob dann bereits endgültige Beschlüsse gefasst werden. Verbindliche Resolutionen müssen bis Ende 2027 verabschiedet werden.

Zudem strebt der Kirchenkreis an, alle seine Gebäude bis 2035 klimaneutral zu betreiben. Dies erfordert erhebliche Investitionen in Sanierungen. Die finanziellen Herausforderungen wachsen: Prognosen zufolge steht dem Kirchenkreis Mitte der 2030er Jahre nur noch die Hälfte des aktuellen Haushalts zur Verfügung. Auch die Mitgliederzahlen und die Anzahl der Hauptamtlichen werden voraussichtlich weiter sinken.

Die Pläne markieren einen tiefgreifenden Wandel für den Solinger Kirchenkreis. Bis 2027 müssen die Verantwortlichen festlegen, welche Gebäude offen bleiben und welche geschlossen werden. Die Veränderungen erfolgen vor dem Hintergrund schrumpfender Budgets, rückläufiger Mitgliederzahlen und des Ziels, bis 2035 klimaneutral zu wirtschaften.

AKTUALISIERUNG

Synode setzt sich nächste Woche mit Kirchenkreis-Umbauplänen auseinander

Der Solinger Kirchenkreis wird seine Vorschläge der Arbeitsgruppe auf einer außerordentlichen Synode am 14. März 2026 vorstellen, was einen wichtigen Meilenstein in seinem Umstrukturierungsprozess darstellt. Die Arbeitsgruppe, geleitet von Hartmut Hoferichter, wird Empfehlungen finalisieren, nachdem sie Feedback aus jüngsten Informationsveranstaltungen ausgewertet hat. Diese Zusammenkunft findet vor dem bindenden Entscheidungszeitpunkt im Jahr 2027 statt, an dem über die zu behaltenden oder zu schließenden Gebäude entschieden wird.