18 March 2026, 01:02

SPD greift in Solinger Kirchenstreit ein: Schließungen drohen bis 2035

Ein altes Foto einer belebten Stadtstraße mit einer Kirche im Hintergrund, das Gebäude, Pfosten, Menschen, Karren, Pferdefuhrwerke und Bäume an der Straße zeigt, mit Text am unteren Rand des Bildes.

SPD greift in Solinger Kirchenstreit ein: Schließungen drohen bis 2035

Eine neu gegründete SPD-Arbeitsgruppe in Solingen schaltet sich nun in die Vermittlung zwischen örtlichen Kirchen und politischen Verantwortungsträgern ein. Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund, dass sechs Kirchen und vier Gemeinschaftszentren bis 2035 möglicherweise geschlossen oder umgenutzt werden könnten – so sieht es ein Vorschlag der Evangelischen Kirche vor. Die Bevölkerung zeigt großes Interesse an der Thematik, was sich in der hohen Besucherzahl bei jüngsten Informationsveranstaltungen widerspiegelt.

Die SPD-Fraktion im Stadtrat hat die Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, um sich aktiv in die Diskussionen über die Zukunft religiöser und gemeinschaftlicher Räume einzubringen. Bei ihrem ersten Treffen nahmen Vertreter sowohl evangelischer als auch katholischer Gemeinden teil, was die breite Besorgnis über die Pläne unterstreicht.

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Der Vorschlag der Evangelischen Kirche betrifft konkrete Standorte: die Evangelische Kirche Merscheid (inklusive Gemeinschaftszentrum), die Evangelische Kirche Widdert, die Evangelische Kirche Ketzberg (mit ihrem Gemeinschaftshaus), das Gemeindezentrum Zwinglistraße sowie die Lutherkirche (mit ihrem Gemeinschaftshaus). Die Lutherkirche wird nach 2030 keine regelmäßigen Gottesdienste mehr anbieten, bleibt aber für besondere Veranstaltungen und kulturelle Aktivitäten erhalten. Die endgültige Entscheidung über die Schließungen obliegt der Synode, die für den 14. März 2026 angesetzt ist.

Die SPD hat zentrale Punkte für den Stadtrat benannt, darunter Fragen der Bauleitplanung sowie mögliche Auswirkungen auf lokale Netzwerke und Kulturangebote. Die Gruppe hat zugesagt, die Gemeinden während des gesamten Entscheidungsprozesses zu begleiten.

Mit ihrem Engagement will die SPD sicherstellen, dass sowohl Kirchenvertreter als auch Stadtverantwortliche die übergeordneten Folgen für Solingens Gemeinschaften berücksichtigen. Da die Synode 2026 über die Pläne abstimmen soll, werden die kommenden Monate von weiteren Debatten geprägt sein – etwa darüber, wie religiöse, soziale und städtebauliche Belange in Einklang gebracht werden können.

AKTUALISIERUNG

SPD-Arbeitsgruppe umreißt Schließungen von Kirchen und aktualisierten Entscheidungszeitplan

Die SPD-Arbeitsgruppe hat vorgeschlagen, welche Kirchen in Solingen über 2035 hinaus offen bleiben werden, indem sichere Standorte und gefährdete identifiziert werden.

  • Vier Kirchen und drei Gemeindezentren, darunter die Evangelische Stadtkirche Ohligs und die Dorper Kirche, sind derzeit sicher.
  • Kirchen in Merscheid, Widdert und Ketzberg stehen vor einer möglichen Schließung oder Umnutzung.
  • Die endgültige Entscheidung durch die Synode ist nun für das Ende von 2027 angesetzt, ein Jahr später als zuvor angekündigt.