10 May 2026, 22:16

Strompreise in Deutschland erstmals 2024 im Minus – wer profitiert wirklich?

Eine Liniengrafik, die die monatliche Solarstromproduktion in den Vereinigten Staaten zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Strompreise in Deutschland erstmals 2024 im Minus – wer profitiert wirklich?

Strompreise in Deutschland erstmals in diesem Jahr im Minus – Kunden mit dynamischen Tarifen profitieren

Am Sonntag fielen die Strompreise in Deutschland erstmals in diesem Jahr ins Negative – ein Vorteil für Verbraucher mit dynamischen Tarifen. In dieser Phase verdienten Haushalte effektiv Geld, indem sie Strom verbrauchten. Der ungewöhnliche Preisverfall wurde durch einen starken Anstieg der Erneuerbaren-Energien-Produktion bei idealen Wetterbedingungen ausgelöst.

Das Phänomen begann, als die Großhandelspreise für Strom um 9 Uhr morgens unter null fielen und bis 17 Uhr negativ blieben. Zwischen 13 und 14 Uhr erreichten sie mit -250,32 Euro pro Megawattstunde ihren Tiefststand – umgerechnet -25,03 Cent pro Kilowattstunde. Ausgelöst wurde dies durch den sogenannten „Sonnenwind“-Effekt*, bei dem Solaranlagen und Windräder gleichzeitig auf Hochtouren laufen.

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Für Endverbraucher variierten die Nettopreise je nach lokalen Netzentgelten. Der günstigste Tarif wurde in Köln gemessen, wo Kunden zur gleichen Stunde -8,6 Cent pro Kilowattstunde erhielten. Am Abend stiegen die Preise jedoch wieder an: Beim Anbieter Tibber kletterte der dynamische Tarif zwischen 20 und 21 Uhr auf 36 Cent pro Kilowattstunde.

Negative Strompreise werden immer häufiger. Im vergangenen Jahr lagen die Großhandelspreise 457 Stunden im Minus – ein Anstieg von 50 Prozent gegenüber 2023. Merlin Lauenburg, Deutschland-Chef von Tibber, warnte, dass in diesem Sommer aufgrund der anhaltenden Inflexibilität des Strommarkts noch häufiger Rekord-Tiefstpreise möglich seien.

Das Ereignis zeigt, wie ein Überangebot an Ökostrom die Preise ins Negative drücken kann – direkt zum Vorteil flexibler Verbraucher. Experten erwarten, dass sich solche Muster fortsetzen, während sich der deutsche Energiemarkt an die hohen Anteile von Wind- und Solarstrom anpasst.

Quelle