Syriens Gesundheitsminister sucht in Solingen Hilfe für marodes Gesundheitssystem
Leon KrausSyriens Gesundheitsminister sucht in Solingen Hilfe für marodes Gesundheitssystem
Syriens Gesundheitsminister Musaab Nazzal al-Ali besuchte am Donnerstagnachmittag das Städtische Klinikum Solingen. Ziel des Besuchs war es, mögliche Kooperationen zwischen dem deutschen Krankenhaus und dem stark belasteten syrischen Gesundheitssektor auszuloten.
Al-Ali hatte sich fünf Jahre lang in Solingen unter Professor Ralf Buhl zum Neurochirurgen ausbilden lassen. Nach seiner Rückkehr nach Syrien im Jahr 2025 wurde er zum Gesundheitsminister ernannt.
Das Gesundheitssystem des Landes leidet nach Jahren des Konflikts unter schweren Engpässen. Viele Krankenhäuser liegen in Trümmern, medizinische Geräte sind Mangelware, und qualifiziertes Personal fehlt. Über 6,8 Millionen Syrer sind ins Ausland geflohen, darunter zahlreiche Ärzte und Fachkräfte.
Während des Besuchs erörterte al-Ali mit dem Krankenhausgeschäftsführer, Professor Martin Eversmeyer, verschiedene Kooperationsmodelle. Ein Vorschlag sieht ein Austauschprogramm für junge Fachkräfte vor. Eine weitere Idee ermöglicht es syrischen Ärzten im Ausland, zeitlich befristete Einsätze in ihrer Heimat zu übernehmen. Allein im vergangenen Jahr führten syrische Mediziner im Ausland 10.800 Operationen durch.
Eversmeyer zeigte sich offen für konkrete Pläne. Beide Seiten prüfen nun, wie es weitergehen könnte. Die Gespräche markieren einen Schritt zur Bewältigung der medizinischen Krise in Syrien. Sollte die Zusammenarbeit umgesetzt werden, könnte sie dringend benötigtes Fachwissen zurück ins Land bringen. Weitere Details werden im Verlauf der Verhandlungen erwartet.






