02 April 2026, 16:08

Theaterprojekt DNA begeistert in der Jugendstrafanstalt Wiesbaden

Offenes Buch mit dem Titel "The Theatre: A Monthly Review of the Drama, Music, and the Fine Arts" und sichtbarem Text sowie einem Logo auf der Seite.

Theaterprojekt DNA begeistert in der Jugendstrafanstalt Wiesbaden

Ein kraftvolles Theaterstück steht im Mittelpunkt der Jugendstrafanstalt Wiesbaden

Die Aufführung von DNA des britischen Autors Dennis Kelly hat in der Jugendstrafanstalt Wiesbaden für Furore gesorgt. Rund 80 Zuschauer verfolgten die Inszenierung unter der Regie von Matze Vogel – alle zehn Vorstellungen waren innerhalb weniger Tage ausverkauft. Das Stück thematisiert die intensiven Gruppendynamiken unter Jugendlichen und zeigt, wie diese in Gewalt umschlagen können.

Seit 2008 ist Theater fester Bestandteil des Alltags in der Wiesbadener Haftanstalt und dient als Rehabilitationsinstrument, um den Inhaftierten soziales Verantwortungsbewusstsein zu vermitteln. Seit 2013 verfügt die Einrichtung über eine eigene Studiobühne, auf der jährlich eine große Produktion aufgeführt wird. Diesmal fiel die Wahl auf DNA – ein Stück, das die Schauspieler vor die Herausforderung stellt, komplexe Emotionen und moralische Dilemmata zu erkunden.

Für die beteiligten Gefangenen war die Erfahrung prägend. Ein Darsteller, J., beschrieb das Theater als etwas, das ihm "das Gefühl von Freiheit" gebe. Ein weiterer Schauspieler, E., erklärte, wie das Hineinschlüpfen in eine Rolle ihm helfe, die eigenen Gefühle besser zu verstehen. Hinter den Kulissen sorgte die Kostümbildnerin Nathalie Meyer – seit einem Jahrzehnt Teil des Projekts – dafür, dass die Schauspieler bei Outfits und Bühnenbild mitgestalten konnten.

Die letzte Vorstellung endete mit donnerndem Applaus, Stampfen und "Bravo!"-Rufen aus dem Publikum. Die Darsteller und das Team, darunter B., der für die Technik verantwortlich war, bedankten sich mit mehreren Verbeugungen. B. schätzt zwar die Verantwortung, bleibt aber lieber im Hintergrund.

Für die nächste Produktion plant Vogel eine etwas kleinere Besetzung. Eine kompaktere Gruppe, so seine Überzeugung, erleichtere nicht nur die Organisation, sondern ermögliche es, den Fokus auf persönliches Wachstum und Kreativität zu legen.

Der Erfolg von DNA unterstreicht die Wirkung von Theater im Strafvollzug. Dass alle Vorstellungen innerhalb kürzester Zeit ausverkauft waren, beweist das große öffentliche Interesse. Für die Inhaftierten bietet das Projekt die Chance, Fähigkeiten zu entwickeln, sich auszudrücken und sich auf ein Leben außerhalb der Gefängnismauern vorzubereiten.

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