07 February 2026, 04:07

Thyssenkrupp und Salzgitter formen die Zukunft der deutschen Stahlindustrie radikal um

Ein Diagramm, das die Anzahl der von der COVID-19-Pandemie betroffenen US-Geschäfte zeigt, mit Abschnitten für die Erholung und die wirtschaftliche Erholung, unterteilt nach Branche, und begleitet von erklärendem Text auf der linken Seite.

Thyssenkrupp und Salzgitter formen die Zukunft der deutschen Stahlindustrie radikal um

Struktureller Wandel in der deutschen Stahlindustrie: Thyssenkrupp und Salzgitter passen ihre Strategien an

Die deutsche Stahlbranche erlebt tiefgreifende Veränderungen, da Thyssenkrupp und die Salzgitter AG ihre Geschäftsmodelle neu ausrichten. Während die Aktie von Salzgitter kürzlich um 4,2 Prozent zulegte, bereitet Thyssenkrupp den Verkauf seiner Anteile an den Krupp Mannesmann-Hüttenwerken bis Mitte 2026 vor. Beide Konzerne reagieren damit auf Marktzwänge und wachsende Nachhaltigkeitsanforderungen.

Der Aktienkurs von Thyssenkrupp hat sich im vergangenen Jahr um 152 Prozent erholt, liegt aber derzeit rund 12 Prozent unter seinem 52-Wochen-Höchststand. Die Quartalszahlen für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2025/26 wird das Unternehmen am 12. Februar 2026 vorlegen. Unterdessen expandiert die Wasserstofftochter Nucera mit Unterstützung der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) auf den indischen Markt.

Darüber hinaus hat Thyssenkrupp den Ausstieg aus den Lieferverträgen für Bramme mit der Hüttenwerke Krupp Mannesmann (HKM) vorgezogen: Statt wie ursprünglich geplant bis 2032 sollen diese nun bereits Ende 2028 enden. Bis zum 1. Juni 2026 wird der Konzern seine Anteile an den Krupp Mannesmann-Stahlwerken an die Salzgitter AG veräußern.

Trotz eines schwierigen Geschäftsjahres verzeichnete Salzgitter im ersten Halbjahr 2025 ein EBITDA von 116,8 Millionen Euro. Das Unternehmen hat seine Position im Bereich grüner Stahl gestärkt und erhielt von der Klimaschutzorganisation CDP die Bestnote "A". Der kohlenstoffarme SALCOS®-Stahl wurde bereits nach Südafrika exportiert, zudem lieferte Salzgitter kürzlich Stahl für 36 Windkraftanlagen. Die Schweizer Großbank UBS hob zwar das Kursziel für die Salzgitter-Aktie auf 52 Euro an, stufte die Empfehlung aber auf "Neutral" herab – als Begründung nannte sie branchenweite Herausforderungen trotz der jüngsten Kursgewinne.

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Während sich die Salzgitter-Aktie kurzfristig erholt hat, bleibt die Performance über zwölf Monate hinter der von Wettbewerbern wie SSAB zurück. Die Übernahme von HKM und der Fokus auf nachhaltige Stahlproduktion werden die Zukunft des Unternehmens prägen. Thyssenkrupps Umstrukturierung und der Ausbau der Wasserstoffaktivitäten deuten hingegen auf einen grundlegenden Wandel der gesamten Branche hin.