Tränen im Bundestag: Linken-Politikerin bricht Schweigen über sexualisierte Gewalt
Marie KrügerMP Berichtet Über eigene Erfahrung in Tränen - Tränen im Bundestag: Linken-Politikerin bricht Schweigen über sexualisierte Gewalt
Die Linken-Abgeordnete Kathrin Gebel brach im Bundestag in Tränen aus, als sie über ihre Erfahrungen mit sexualisierter Gewalt im Alter von 17 Jahren sprach. Sie schilderte, wie sie von einer Person aus ihrer Schule in eine Wohnung gelockt worden war und spätabends hilflos zurückblieb. Ihre emotionale Rede fand Rückhalt bei Kolleg:innen und löste Forderungen nach stärkerem Schutz vor sexualisierter Gewalt aus.
Gebel berichtete, wie sie mit 17 von einer schulnahen Person in eine fremde Wohnung gebracht worden war. Dort fand sie sich am späten Abend allein wieder und konnte nicht mehr weg. Obwohl sie keine weiteren Details nannte, war die Erinnerung sichtbar belastend, als sie sich an die Abgeordneten wandte.
In ihrer Rede bezog sie sich auf den Fall Jeffrey Epstein und verwies auf dessen immenses Ausmaß mit über drei Millionen Akten. Sie kritisierte die deutsche Handhabung sexualisierter Gewalt, bei der viele Verfahren eingestellt würden. Zudem gebe es keine offiziellen Ermittlungen zu möglichen Verbindungen deutscher Beteiligter zu Epsteins Netzwerk. Namen wie Joscha Bach tauchten bisher nur in Medienberichten auf, nicht in behördlichen Untersuchungen.
Nach ihren Ausführungen dankte Bundestagsvizpräsident Omid Nouripour ihr für die persönlichen Schilderungen im Plenarsaal. Gebel wurde anschließend von ihrer Parteikollegin Clara Bünger und anderen Abgeordneten umarmt, die ihr ihre Solidarität zeigten.
Sie nutzte den Moment, um Forderungen nach mehr Aufklärung, schärferen Strafen für Täter:innen und einem besseren Zugang zu Opferhilfe zu unterstützen.
Gebels Rede rückte Versäumnisse in Deutschlands Umgang mit sexualisierter Gewalt in den Fokus. Die ausbleibenden Ermittlungen zu prominenten Fällen wie dem Epsteins bleiben ein Kritikpunkt. Ihr Appell für systemische Veränderungen verleiht den laufenden Debatten über Opferschutz und juristische Verantwortung zusätzliche Dringlichkeit.
