US-Konzern Sunoco übernimmt Deutschlands größten Tanklagerbetreiber Tanquid – trotz massiver Kritik
Marie KrügerUS-Konzern Sunoco übernimmt Deutschlands größten Tanklagerbetreiber Tanquid – trotz massiver Kritik
Deutschlands größter Tanklagerbetreiber Tanquid an US-Energiekonzern Sunoco verkauft
Der größte deutsche Betreiber von Tanklagern, Tanquid, wurde an das US-Energieunternehmen Sunoco verkauft. Das Bundeswirtschaftsministerium gab im Januar 2026 grünes Licht für den Deal – allerdings nur unter strengen Auflagen. Kritik kommt unter anderem von den Grünen und Greenpeace, die sich vehement gegen die Übernahme aussprechen.
Tanquid lagert nicht nur Öl- und Chemikalienprodukte, sondern betreibt auch wichtige Pipelines. Bereits im Sommer 2025 stand das Bundesministerium für Wirtschaft unter Druck, den Verkauf zu blockieren. Gegner argumentierten, dass kritische Energieinfrastruktur nicht in ausländischer Hand liegen dürfe. Trotz dieser Bedenken erteilte das Ministerium die Genehmigung – unter der Bedingung, dass Tanquid seinen Anteil an einem Pipeline-Unternehmen an den Bund veräußert.
Sunoco, eine Tochter des US-Energiekonzerns Energy Transfer, steht zusätzlich in der Kritik. Der Vorstandsvorsitzende Kelcy Warren gilt als Förderer der Make America Great Again-Bewegung und als enger Verbündeter des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump. Diese politischen Verbindungen haben die Kritik an dem Deal weiter angeheizt.
Das Ministerium betont, dass die Übernahme keine Gefahr für die Versorgungssicherheit Deutschlands darstelle. Die energiepolitische Sprecherin der Grünen widerspricht jedoch und bezeichnet die Entscheidung als Fehler. Die Partei verweist zudem auf frühere Verkäufe der Hamburger Hafeninfrastruktur an chinesische Investoren und fordert strengere Kontrollen bei kritischen Infrastrukturprojekten. Greenpeace unterstützt diese Forderungen und warnt davor, lebenswichtige Energieinfrastruktur an ein von fossilen Brennstoffen abhängiges Unternehmen abzutreten.
Der Deal wird unter den behördlichen Auflagen umgesetzt, darunter der erzwungene Verkauf von Tanquids Pipeline-Beteiligung. Kritiker fordern weiterhin schärfere Regeln für ausländische Übernahmen im deutschen Energiesektor. Die Entwicklung dürfte künftige Debatten über Infrastrukturbesitz und nationale Sicherheit prägen.
