09 May 2026, 22:08

Venedigs Biennale 2024: Boykott-Eklat erschüttert die Kunstwelt bis November

Plakat für Imre Kiralfys Super-Spektakel in Venedig bei Olympia, das kostümierte Künstler vor einem gebogenen und säulenreichen Gebäude mit Laternen und Bäumen im Hintergrund zeigt.

Venedigs Biennale 2024: Boykott-Eklat erschüttert die Kunstwelt bis November

Die 61. Biennale von Venedig hat unter dem Motto In Moll für das Publikum geöffnet – mit 100 Nationalpavillons und 111 teilnehmenden Künstlern. Die bis zum 22. November 2025 laufende Veranstaltung umfasst zudem 31 Begleitausstellungen. Doch die Kontroverse überlagert das Festival, nachdem die internationale Jury einen Boykott gegen Länder ankündigte, deren Führungspersonen des Verbrechens gegen die Menschlichkeit beschuldigt werden.

Die Jury schloss dabei gezielt Israel und Russland von der Vergabe von Preisen aus – was umgehend scharfe Kritik auslöste. Sowohl die Biennale-Stiftung als auch die italienische Regierung sprachen sich öffentlich gegen den Boykott aus. Daraufhin traten alle fünf Jurymitglieder zurück, woraufhin die Organisatoren die Verleihung der Goldenen Löwen verschieben mussten. Stattdessen wurde ein neues öffentlichkeitsbasiertes Abstimmungssystem eingeführt, die sogenannten Besucher-Löwen.

Portugals Beitrag, RedSkyFalls des Künstlers Alexandre Estrela, ist im Palazzo Fondaco Marcello zu sehen. Estrela kritisierte offen die Teilnahme Russlands und Israels an der Biennale. Neben Portugal vertreten Brasilien und Osttimor in diesem Jahr die lusophone Welt auf der Kunstschau.

Russlands Pavillon präsentiert Der Baum hat seine Wurzeln im Himmel, ein Projekt mit rund 40 beteiligten Künstlern. Israels Ausstellung Rose des Nichts ist hingegen im Arsenale zu Gast.

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Trotz der Turbulenzen geht die Biennale weiter – die Jury-Preise wurden durch Publikumswahlen ersetzt. Die Veranstaltung bleibt eine der größten Zusammenkünfte der zeitgenössischen Kunst, doch die politischen Auseinandersetzungen haben weltweit für Aufmerksamkeit gesorgt. Bis zum Abschluss Ende November können Besucher die Ausstellungen erkunden.

Quelle