22 April 2026, 04:08

Verbotene Kosmetikprodukte fluten weiterhin den EU-Markt trotz strenger Kontrollen

Ein koreanischer Kosmetikladen mit verschiedenen Produkten wie Flaschen und Schachteln auf Tischen, Werbetafeln mit Text und Bildern sowie Deckenbeleuchtung.

Verbotene Kosmetikprodukte fluten weiterhin den EU-Markt trotz strenger Kontrollen

Trotz jahrelanger Vorschriften und verschärfter Kontrollen werden verbotene Kosmetikprodukte in der gesamten EU weiterhin verkauft. Untersuchungen zeigen, dass schädliche Substanzen – von Haarglättungsmitteln bis hin zu Wimpernseren – nach wie vor in Online-Shops und Geschäften erhältlich sind. Die Behörden geraten zunehmend unter Druck, rechtliche Schlupflöcher zu schließen, bevor im April 2026 über neue Chemikalien-Sicherheitsgesetze abgestimmt wird.

2025 prüfte die Europäische Kommission über 1,6 Millionen Websites und entdeckte dabei mehr als 20.000 illegale Produkte, darunter auch Kosmetikartikel. Dazu gehörten Wimpernseren mit Prostaglandin-Analoga – Chemikalien, die mit Krebs und Fruchtbarkeitsstörungen in Verbindung gebracht werden. Trotz Warnungen von Gesundheitsexperten sind diese Produkte weiterhin in großen Drogeriemarktketten erhältlich.

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) in Deutschland testet jährlich rund 10.000 Kosmetikproben, doch nur ein Bruchteil davon wird umfassend analysiert. Über das EU-Meldesystem Safety Gate wurden seit 2012 mehr als 4.000 verbotene Produkte gemeldet, doch die Durchsetzung bleibt lückenhaft. So konnte im März 2023 ein Schwarzkopf-Glitzer-Haargel mit dem verbotenen Stoff Lilial (BMHCA) online erworben werden – vier Jahre, nachdem die EU dessen Verwendung untersagt hatte.

Rechercheure des Investigativmediums CORRECTIV kauften erfolgreich drei verbotene Artikel, darunter einen Nivea-Rasierschaum mit BMHCA von Amazon. Ein weiterer problematischer Stoff ist Glyoxylsäure, die in Haarglättungsmitteln enthalten ist und derzeit von der EU auf ihre Giftigkeit für den Menschen überprüft wird. Trotz der Risiken ist sie weiterhin online erhältlich.

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Die Europäische Kommission bereitet nun ein Verbot von Prostaglandin-Analoga in Kosmetikprodukten vor, während Deutschland zu schnelleren rechtlichen Schritten drängt. Doch eine entscheidende Abstimmung über die Chemicals-Omnibus-Novelle am 15. April 2026 könnte Unternehmen mehr Zeit einräumen, bereits verbotene Waren weiter zu verkaufen.

Seit 2012 wurden über 4.000 Kosmetikprodukte wegen Gesundheitsrisiken vom EU-Markt genommen – doch viele zirkulieren weiterhin über Online-Händler. Die anstehende Abstimmung über Chemikalienvorschriften wird zeigen, ob es künftig strengere Kontrollen oder weitere Verzögerungen gibt. Bis dahin bleiben Verbraucher Produkten ausgesetzt, die von den Behörden bereits als unsicher eingestuft wurden.

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