Vom Hallenabschied zur neuen Tradition: Wie Gerkeraths Erbe weiterlebt
Lara MeyerVom Hallenabschied zur neuen Tradition: Wie Gerkeraths Erbe weiterlebt
Die Gerkerather Mehrzweckhalle – einst ein Zentrum für Vereine und Veranstaltungen – schloss 2018 nach Jahren finanzieller Belastungen ihre Türen. Das später an einen Wohnungsbauer verkaufte Gebäude hatte von Sportveranstaltungen bis zum ersten "Handicap People"-Inklusionsfestival alles beherbergt. Doch sein Erbe lebt in neuen Traditionen an anderen Orten weiter.
Jahre lang war die Gerkerather Mehrzweckhalle ein zentraler Treffpunkt der Gemeinde. Lokale Sportvereine, ein Gesangverein und zweimal jährlich öffentliche Veranstaltungen füllten den Kalender. Doch 2018 zwangen anhaltende Verluste von etwa 25.000 Euro pro Jahr zur Schließung. Das Grundstück ging schließlich an ein Bauunternehmen, das dort Doppelhäuser errichten will.
Noch vor der Schließung war die Halle Schauplatz des ersten "Handicap People"-Inklusionsfestivals. Daraus entwickelte sich das heutige "Geht doch!", das seitdem jährlich in der NEW Box im Nordpark stattfindet. Der Geist der Veranstaltung lebt weiter: Die Ausgabe 2026 ist für den 8. März um 14 Uhr geplant, mit Auftritten von Thorsten Knippertz, Iris Criens und der Tanzgruppe Mennrath Sankhase.
Auch in lokalen Bräuchen spielte die Halle eine Rolle. Die St.-Christophorus-Bruderschaft wird am 7. März um 19 Uhr ihr neues Königspaar ausrufen – begleitet vom Jugendblasorchester Günhoven. Der diesjährige Hof – Paul Wollensack, Filip Wollensack und Niklas Windeck – ist der jüngste "alte Hof" in der Geschichte der Bruderschaft. Manfred "Manni" Schneider, der aktuelle Zeremonienmeister und König der Schützenbruderschaft, wird die Feier leiten.
Der Eintritt zu beiden Veranstaltungen – dem Inklusionsfest und der Königspaar-Proklamation – bleibt für alle Besucher kostenfrei.
Die Schließung der Gerkerather Halle markierte das Ende einer Ära, doch ihre Wirkung hält an. Das Inklusionsfest hat eine neue Heimat gefunden, und die Bruderschaftstraditionen werden mit frischem Elan fortgeführt. Beide Veranstaltungen, offen für die Öffentlichkeit, tragen das Erbe der Halle – Gemeinschaft und Feierkultur – in die Zukunft.
