05 June 2026, 14:37

Wie der westliche Lebensstil chronische Entzündungen und Krankheiten fördert

Profiling und anti-inflammatorische Moleküle: TU Braunschweig liefert wichtige Komponenten für die Forschung			Zweite Förderphase für das Collaborative Research Center

Wie der westliche Lebensstil chronische Entzündungen und Krankheiten fördert

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat die zweite Förderphase für den Sonderforschungsbereich (SFB) 1454 mit dem Titel „Metaflammation und zelluläre Programmierung“ bewilligt. In diesem interdisziplinären Projekt untersuchen Wissenschaftler:innen, wie der westliche Lebensstil chronische Entzündungen und damit verbundene Erkrankungen begünstigt. Forscherteams aus mehreren Einrichtungen arbeiten gemeinsam daran, neue Ansätze zur Vorbeugung und Behandlung dieser Leiden zu entwickeln.

Im Mittelpunkt des SFB steht die „Metaflammation“ – eine anhaltende, schwache Entzündung, die durch Faktoren wie ungesunde Ernährung, Bewegungsmangel und Umweltstress ausgelöst wird. Langfristig trägt diese Entzündung zur Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, neurodegenerativen Störungen und dem metabolischen Syndrom bei.

Bereits jetzt verzeichnen die Forscher:innen wichtige Erkenntnisse: Eine Studie zeigte, dass entzündete Immunzellen, insbesondere Makrophagen, große Mengen der Aminosäure Aspartat verlieren. Dies deutet darauf hin, dass Aspartat eine zentrale Rolle bei der Regulation entzündlicher Reaktionen spielt. Eine weitere Entdeckung identifizierte „Mesaconat“ – ein bisher unbekanntes entzündungshemmendes Molekül – in Immunzellen.

Das Team nutzt fortschrittliche „metabolische Profilanalysen“, um Metabolite in Zellen, Geweben und Körperflüssigkeiten nachzuverfolgen. Mit Methoden wie der Massenspektrometrie kartieren sie, wie Stoffwechsel und Entzündung zusammenwirken. In der nächsten Phase werden sie untersuchen, warum der Aspartatspiegel in entzündeten Makrophagen sinkt und welche Auswirkungen dies auf die Produktion von Stickstoffmonoxid hat.

Am SFB sind Expert:innen der Universität Bonn, der TU Braunschweig, des Max-Planck-Instituts für Stoffwechselforschung, des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) und des Deutschen Rheuma-Forschungszentrums (DRFZ) beteiligt. Die Abteilung für Biochemie und Bioinformatik der TU Braunschweig leitet zwei Teilprojekte und bringt dabei ihre Expertise in Immunmetabolismus und Massenspektrometrie ein.

Die zweite Förderphase soll das Verständnis dafür vertiefen, wie der Aspartatmangel die Funktion von Immunzellen beeinflusst. Durch die Identifizierung stoffwechselbedingter Veränderungen im Zusammenhang mit Entzündungen strebt der SFB die Entwicklung gezielter Präventions- und Therapiestrategien an. Langfristig könnten die Ergebnisse zu neuen Behandlungsansätzen für lebensstilbedingte Erkrankungen führen.

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