28 January 2026, 02:08

Willich gedenkt der Opfer von Auschwitz mit bewegender Zeremonie und klarem Appell gegen Hass

Ein Steinplakette an einer Wand mit eingraviertem Text, umgeben von Pflanzen am Boden, wahrscheinlich zur Erinnerung an Holocaust-Opfer.

Willich gedenkt der Opfer von Auschwitz mit bewegender Zeremonie und klarem Appell gegen Hass

In Willich fand eine feierliche Gedenkveranstaltung zum Jahrestag der Befreiung von Auschwitz-Birkenau statt. Organisiert von den Lehrerinnen Sandra Schwab und Leonie Coun gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern, versammelten sich lokale Verantwortungsträger, Pädagoginnen und Pädagogen sowie Bürgerinnen und Bürger zum gemeinsamen Gedenken und zur Reflexion.

Der Tag begann mit einem Gebetsgottesdienst in der Schneekapelle. Anschließend trafen sich die Teilnehmenden am Holocaust-Mahnmal zu einer Kranzniederlegung, bevor sie sich ins Pädagogische Zentrum der Schule begaben. Dort hielten die Schulleiterin Andrea Großkraumbach, Max Mamrotski von der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf sowie Willichs Bürgermeister Christian Pakusch Reden.

Max Mamrotski verband die historische Befreiung Auschwitz-Birkeneaus mit dem heutigen Anstieg des Antisemitismus. Er betonte die Bedeutung von Bildung im Kampf gegen Hass und rief junge Menschen dazu auf, Vorurteilen entgegenzutreten, statt zu schweigen. Andrea Großkraumbach unterstrich diese Forderung und hob die Rolle der Schulen hervor, Werte zu vermitteln und sich gegen Rassismus, Antisemitismus und Menschenfeindlichkeit zu stellen. Bürgermeister Christian Pakusch verurteilte Versuche rechtsextremer Politiker, den Holocaust zu verharmlosen, und äußerte sich besorgt über aktuelle politische Entwicklungen in den USA.

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Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von Marc Riedl, der Bodo Wartkes Das Land, in dem ich leben will sowie Mad World von Tears for Fears und Hallelujah von Leonard Cohen interpretierte. Den Abschluss bildete die Präsentation von Roll-up-Displays, die über das Leben und Schicksal der jüdischen Männer, Frauen und Kinder aus Willich informierten, die während des Holocaust ermordet wurden.

Die Gedenkfeier war zugleich eine Ehrung der Opfer und ein Appell gegen modernen Hass. Rednerinnen, Redner und Künstlerinnen unterstrichen die Botschaft, dass Aufklärung und Wachsamkeit unverzichtbar bleiben, um zu verhindern, dass sich die Geschichte wiederholt.