22 March 2026, 08:09

Willich streicht Kita-Neubauten – Eltern protestieren gegen längere Wege und Intransparenz

Plakat mit der Überschrift 'Brauchen die Armen ihre Kinder's Hilfe?' mit Text und Bildern.'

Willich streicht Kita-Neubauten – Eltern protestieren gegen längere Wege und Intransparenz

In Willich ist die Zahl der in Kindertageseinrichtungen (Kitas) angemeldeten Kinder in den vergangenen fünf Jahren um etwa 14 Prozent gesunken. Während 2021 noch rund 2.800 Kinder die örtlichen Einrichtungen besuchten, lag die Zahl 2025 bei etwa 2.400. Die Stadtverwaltung führt den Rückgang auf sinkende Geburtenraten, den Wegzug von Familien in benachbarte Gemeinden sowie auf wirtschaftliche Belastungen durch Inflation und die Zunahme von Homeoffice nach der Pandemie zurück.

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Aufgrund rückläufiger Anmeldezahlen und knapper Haushaltsmittel hat Willich die Pläne für zwei neue Kitas fallen lassen. Einziges verbleibendes kommunales Projekt ist das generationenübergreifende Zentrum Reinershof, in dem auch die Kita Alperof untergebracht werden soll. Die Beteiligung eines externen Investors an diesem Vorhaben wirft jedoch Fragen zur Finanzierung und zur städtischen Kostenbeteiligung auf.

Elternvertreter:innen und der Förderverein der Kita Alperof haben mehrfach Antworten von Bürgermeister Pakusch gefordert. Am 6. März schickten sie einen offenen Brief an den Bürgermeister – vergeblich. Nun wird ein zweiter Brief vorbereitet, um die städtischen Angaben zu längeren Anfahrtswegen zu Kitas zu hinterfragen.

Als Reaktion auf die Kürzungen haben Aktivist:innen die Initiative "Kleine Füße, kurze Wege" ins Leben gerufen. Die Kampagne unterstreicht die Bedeutung lokaler Betreuungsangebote und argumentiert, dass nahgelegene Einrichtungen für Familien unverzichtbar seien. Die Gruppe hat Bürgermeister Pakusch zudem zu einem offenen Dialog eingeladen, in der Hoffnung auf eine konstruktive Debatte über die Zukunft der Willicher Kinderbetreuung.

Mit der Streichung zweier geplanter Kita-Neubauten schrumpft das Betreuungsnetz in Willich weiter. Das Reinershof-Zentrum bleibt das einzige neue Vorhaben – doch sein Finanzierungskonzept ist noch unklar. Eltern und Initiativen fordern unterdessen mehr Transparenz und Lösungen, während die Stadt sich an sinkende Nachfrage und finanzielle Zwänge anpasst.

Quelle