13 March 2026, 14:08

ZDK-Reformen spalten das deutsche Kfz-Gewerbe – Machtkampf mit dem ZVK eskaliert

Altes deutsches Aktienzertifikat mit blauem Rand, Text lautet "Schweiz Wagons-Fabrik A.G."

ZDK-Reformen spalten das deutsche Kfz-Gewerbe – Machtkampf mit dem ZVK eskaliert

Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) hat tiefgreifende Satzungsreformen durchgesetzt, die seine Struktur und Entscheidungsprozesse grundlegend verändern sollen. Die im Januar bekannt gegebenen Änderungen erfolgen vor dem Hintergrund wachsender Spannungen mit dem Zentralverband Kraftfahrzeuggewerbe (ZVK). Während die Führungsebene den Umbau als Schritt hin zu mehr Transparenz und einer besseren Ausrichtung auf die Branche darstellt, werfen Kritiker dem Verband vor, damit bewusst eine Spaltung voranzutreiben.

Die Reformen beseitigen langjährige Gepflogenheiten, darunter die gemeinsame Besetzung von Gremien sowie garantierte Sitze für den ZVK. Stattdessen können sich Werkstätten nun direkt der ZDK-Zentrale in Bonn anschließen – und so Landesverbände umgehen, die sich möglicherweise zurückziehen. ZDK-Präsident Thomas Peckruhn und Geschäftsführer Jürgen Hasler begründen die Änderungen mit "branchenrealistischen" Erfordernissen und einer Demokratisierung der Prozesse: Künftig trifft die Mitgliederversammlung Personalentscheidungen.

Eingeführt wurde zudem ein neues Beitragssystem, das von jeder Werkstatt eine jährliche Abgabe von 100 Euro an die Zentrale verlangt. Der ZVK widersprach dieser Regelung und forderte bis Oktober 2025 95 Prozent der bestehenden ZDK-Mitgliedschaftsgebühren ein – eine Forderung, die Peckruhn als Versuch bezeichnete, den Verband "auszuhungern". Zwar sind rechtliche Streitigkeiten um die Abgasuntersuchungsgebühren (AÜK) inzwischen beigelegt, doch der ZDK betont, dass tiefere Konflikte die Trennung vorantreiben. Man spreche von einem "bewusst herbeigeführten Szenario".

Um den Übergang zu erleichtern, will der ZDK in betroffenen Regionen die Aufklärungsarbeit intensivieren und die Gründe sowie möglichen Folgen von Austritten erläutern. Die Reformen markieren den ersten Schritt in Richtung einer institutionellen Trennung, wobei die künftige Rolle des ZVK noch unklar bleibt.

Die Neustrukturierung verlagert die Macht innerhalb des ZDK hin zur Zentrale und den Mitgliedsbetrieben, während der Einfluss der Landesverbände und des ZVK schwindet. Mit den neuen Beitragsregelungen, direkten Mitgliedschaftswegen und dem Ende gemeinsamer Gremienbesetzungen zielen die Änderungen auf eine Straffung der Abläufe ab. Die nächste Phase wird zeigen, ob die Reformen den Verband stabilisieren – oder die Gräben zum ZVK weiter vertiefen.

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