Christian Ulmen: Vom Comedy-Star zum Fall durch Missbrauchsvorwürfe und Frauenfeindlichkeit
Lara MeyerChristian Ulmen: Vom Comedy-Star zum Fall durch Missbrauchsvorwürfe und Frauenfeindlichkeit
Christian Ulmen – vom Comedy-Star zum Fall: Vorwürfe wegen Frauenfeindlichkeit und Missbrauchs
Christian Ulmen, einst ein bekannter Komiker und TV-Prominenter, sieht sich nun schweren Vorwürfen wegen frauenfeindlichen Verhaltens und Missbrauchs ausgesetzt. Seine Ex-Frau, die Schauspielerin Collien Fernandes, wirft ihm öffentlich vor, in ihrem Namen gefälschte Online-Profile angelegt, explizite Inhalte verbreitet und unter ihrer Identität Telefongespräche mit sexuellen Inhalten geführt zu haben. Die Anschuldigungen haben seinen öffentlichen Ruf schwer beschädigt – große Plattformen distanzieren sich bereits von ihm.
Bekannt wurde Ulmen in den mittleren 2000er-Jahren durch die ProSieben-Realityshow Mein neuer Freund, in der er wöchentlich einen anderen "schrecklichen Freund" spielte. Seine Rolle bestand darin, die Partnerin systematisch zu demütigen, bis diese die Beziehung beendete – wer die Erniedrigungen bis zum Schluss ertrug, erhielt am Ende Geld. Besonders berüchtigt war seine Figur des adligen Alexander von Eich, ein herablassender Aristokrat, der seine Freundin mit einem Stock herumkommandierte und sie spöttisch mit "Franziskarrrrr!" anbrüllte.
Noch weiter ging sein späteres Format Wer will meine Freundin vögeln?, eine Gameshow, in der Männer darum wetteiferten, wer die "heißeste" Freundin hatte – begleitet von derben und von vielen als frauenverachtend empfundenen Aufgaben. Fernandes bezeichnet Ulmens Handlungen heute als "virtuelle Vergewaltigung" und wirft ihm vor, im echten Leben ähnliche Grenzen überschritten zu haben wie in seinen TV-Rollen.
Als Fernandes und Ulmen damals ein Paar wurden, fragten sich Beobachter – darunter auch die Autorin eines aktuellen Kommentars – ob sie sich mit einem Mann einlasse, der öffentlich frauenfeindliche Charaktere verkörpere. Heute gibt die Autorin zu, sich für diese anfänglichen Zweifel zu schämen, und unterstützt Fernandes dafür, dass sie nun spricht. Sie verweist auf das Credo der Missbrauchsüberlebenden Gisèle Pelicot: "Die Scham muss die Seite wechseln."
Die Konsequenzen folgten prompt: Im März 2026 nahm die Streaming-Plattform Joyn Ulmens preisgekrönte Serie Jerks. vom Programm, nachdem Fernandes detailliert von sexueller Ausbeutung durch Deepfake-Manipulationen und körperlicher Gewalt berichtet hatte. Bisher gibt es keine Hinweise darauf, dass weitere Prominente oder Medienformate in ähnliche Vorwürfe verwickelt sind.
Fernandes' Schilderungen reihen sich ein in eine wachsende Zahl von Fällen, in denen Frauen missbräuchliches Verhalten mächtiger Männer aufdecken. Ulmens Karriere hat bereits schwere Risse bekommen – Plattformen wenden sich von ihm ab. Die Vorwürfe werden weiter geprüft, doch die unmittelbaren Folgen für seinen Ruf sind jetzt schon unübersehbar.






