Düsseldorf stoppt Milliarden-Opernprojekt und setzt auf Modernisierung
Elias KellerDüsseldorf stoppt Milliarden-Opernprojekt und setzt auf Modernisierung
Düsseldorf hat die Pläne für ein von Snøhetta entworfenes Opernhaus im Wert von einer Milliarde Euro aufgegeben. Das Projekt wurde gestoppt, nachdem die Kosten auf 1,8 Milliarden Euro explodiert waren. Stattdessen will die Stadt nun ihr bestehendes Opernhaus modernisieren.
Das ursprünglich für den Neubau vorgesehene Grundstück ist wieder in städtischem Besitz. Düsseldorf hatte das Areal für 137 Millionen Euro erworben. Oberbürgermeister Stephan Keller setzt nun auf die Sanierung des aktuellen Opernhauses am Hofgarten.
Ein kostengünstigerer Entwurf des Frankfurter Büros raumwerk bleibt eine Option. Unterdessen schreitet ein separates Kulturprojekt in Rostock voran: Das Berliner Architekturbüro Hascher Jehle baut dort für 208 Millionen Euro ein neues Theater.
Das bestehende Volkstheater in Rostock, ein Nachkriegsbau im Stil des Modernismus, steht unter dem Schutz des Landesamts für Kultur und Denkmalpflege. Die örtliche CDU hatte einen Abriss zugunsten von Wohnraum vorgeschlagen, doch Denkmalschutzregeln machen dies unwahrscheinlich. In Stuttgart könnte dagegen die geplante Großmodernisierung des Bonatz-Opernhauses noch realisiert werden – die Schätzungen liegen zwischen 400 und 500 Millionen Euro.
Die Absage des teuren Düsseldorfer Opernprojekts deutet auf einen generellen Trend in Deutschland hin: Weg von kostspieligen Kulturneubauten, hin zu sparsameren Lösungen. Die Entscheidung bedeutet für die Stadt eine kulturelle Strategie, die auf die Aufwertung bestehender Spielstätten setzt – statt auf deren Ersatz.






