Düsseldorfs Senf-Legende endet: ABB-Mostard zieht nach 400 Jahren weg
Marie KrügerDüsseldorfs Senf-Legende endet: ABB-Mostard zieht nach 400 Jahren weg
Eine langjährige Düsseldorfer Tradition geht zu Ende: ABB-Mostard verlagert seine Produktion aus der Stadt. Der Senf, der seit 1626 vor Ort hergestellt wurde, wird künftig in Moers produziert, nachdem der Mietvertrag für das Düsseldorfer Werk auslief. Mit dem Umzug verschwindet auch der Name der Stadt vom Etikett – und damit der EU-geschützte Status.
Der Prozess begann bereits 2015, als die Muttergesellschaft Develey die ABB-Mostard-Produktion nach Moers verlegte, etwa 30 Kilometer entfernt. Seither stieg die Produktionsmenge von rund 1.000 Tonnen pro Jahr auf über 5.000 Tonnen bis 2025. Der Schritt folgt der früheren Verlegung von Löwensenf, einer weiteren Senfmarke, nach Thüringen.
Die Entscheidung sorgt im Düsseldorfer Rathaus für Unmut. Die Stadt verliert damit ein Produkt, das seit fast 400 Jahren mit ihr verbunden ist. Ohne Produktion in Düsseldorf darf der Senf weder den Stadtnamen tragen noch die EU-Herkunftsbezeichnung führen. Künftige Gläser werden stattdessen "Moers" ausweisen.
Develey kündigte an, den Abschied abzumildern, indem der Senfladen in Düsseldorf ausgebaut wird. Zudem entsteht eine Schaufabrik, doch die eigentliche Produktion bleibt in Moers.
Erstmals seit Jahrhunderten wird ABB-Mostard nicht mehr in Düsseldorf hergestellt. Das Etikett wird den neuen Standort ausweisen, und der EU-Herkunftsschutz entfällt. Gleichzeitig soll Develeys Investition in die Schaufabrik die Marke mit ihrer ursprünglichen Heimat verbinden.






