Essens FrauenOrt feiert Internationalen Frauentag mit bewegender Geschichte
Leon KrausEssens FrauenOrt feiert Internationalen Frauentag mit bewegender Geschichte
Essen feierte den Internationalen Frauentag 2026 mit einer Sonderveranstaltung im Haus der Essener Geschichte
Das Gebäude, das inzwischen als offizieller FrauenOrt (Frauen-Gedenkstätte) ausgewiesen ist, öffnete an diesem Tag gemeinsam mit dem Stadtarchiv seine Türen zum alle zwei Jahre stattfindenden Tag der Archive. Besucher tauchten in die Stadtgeschichte ein und würdigten dabei das Erbe von Frauen, die Essen geprägt haben.
Die Veranstaltung am 8. März bot der Öffentlichkeit Einblicke in die Archivarbeit und die urbane Vergangenheit Essens. Ein Höhepunkt war die Geschichte von Nelli Neumann, einer jüdischen Lehrerin, die einst im Haus der Essener Geschichte lebte. Heute erinnert ein Stolperstein am Ernst-Schmidt-Platz an ihr Leben.
Das Haus der Essener Geschichte ist Teil eines wachsenden Netzwerks von FrauenOrten in ganz Deutschland. Die Initiative startete am 23. Oktober 2023 in Wülfrath (NRW) und verbreitete sich schnell: Bereits im Mai 2024 gab es 40 Standorte in NRW-Städten wie Gelsenkirchen, Schwerte und Bonn, bis Februar 2026 waren es 50. Ähnliche Projekte folgten in Sachsen-Anhalt (22 Standorte), Bayern (laufende Umsetzung) und Niedersachsen (mit Wanderausstellungen).
Oberbürgermeister Thomas Kufen nahm an der Veranstaltung teil, um die Rolle des Stadtarchivs bei der Bewahrung des kollektiven Gedächtnisses Essens zu würdigen. Er dankte den Mitarbeitern und lokalen Geschichtsinitiativen für ihr Engagement, das die Geschichten der Stadt lebendig hält.
Der Tag der Archive 2026 verband Geschichte und Erinnerung am Internationalen Frauentag. Das Haus der Essener Geschichte steht als FrauenOrt nun als dauerhafte Hommage an Frauen wie Nelli Neumann. Die Essener Archive erweitern weiterhin den öffentlichen Zugang zu der reichen, oft übersehenen Vergangenheit der Stadt.