Europas Industrie warnt vor Wettbewerbsverlust durch strenges EU-Emissionshandelssystem
Leon KrausEuropas Industrie warnt vor Wettbewerbsverlust durch strenges EU-Emissionshandelssystem
Über 36 führende europäische Industrieunternehmen haben zu sofortigem Handeln im Rahmen des EU-Emissionshandelsystems (EU-ETS) aufgerufen. Zu der Gruppe gehören Schwergewichte wie ArcelorMittal, BP, BASF und ThyssenKrupp. Sie warnen, dass steigende Kosten und unzureichende Infrastruktur die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie gefährden.
Die EU schreibt Industrieanlagen vor, Verschmutzungsrechte für Treibhausgasemissionen zu erwerben. Im Rahmen des Klimapakets „Fit für 55“ wurden die kostenlosen Zuteilungen von Emissionszertifikaten schrittweise reduziert. Dies führt zu höheren Belastungen für Unternehmen, die ihre Emissionen langsamer senken als die schrumpfende Menge an verfügbaren Zertifikaten.
Die Unternehmen argumentieren, dass das Emissionshandelsystem die globalen Realitäten nicht mehr ausreichend berücksichtige. Europa handle allein, indem es seinen Industrien immer höhere CO₂-Kosten aufbürde, heißt es in der Stellungnahme. Zwar sollte der Kohlenstoffgrenzausgleichsmechanismus (CBAM) Wettbewerbsnachteile ausgleichen, doch fehlen den Firmen zufolge weiterhin die notwendigen Transformationsbedingungen.
In ihrem Schreiben verweisen sie auf Infrastrukturdefizite als zentrales Hindernis. Ohne sofortige Maßnahmen drohe weitere Schädigung der europäischen Industriebasis, warnen die Unterzeichner. Sie fordern dringende Schritte, um den Kostendruck zu begrenzen und den Sektor zu schützen.
Der Appell kommt von einigen der größten Industrieplayer Europas. Sie betonen, dass das aktuelle System ohne Korrekturen die wirtschaftliche Stabilität der Region untergraben könnte. Der Brief unterstreicht die Notwendigkeit politischer Anpassungen, die den industriellen Gegebenheiten Rechnung tragen.






