04 April 2026, 08:09

Falscher Retter in NRW: 61-Jähriger täuschte jahrelang Rettungskräfte vor

Alte Anzeige für ein Notarztverzeichnis mit einem Mann in weißem Kittel und Stethoskop mit fetter schwarzer Schrift, die "Notarztverzeichnis" liest.

Mann in NRW gibt sich als Retter aus: Mit EKG-Gerät zum Einsatz - Falscher Retter in NRW: 61-Jähriger täuschte jahrelang Rettungskräfte vor

In Nordrhein-Westfalen (NRW) wird gegen einen 61-jährigen Mann wegen des Verdachts der Vortäuschung einer Rettungskraft ermittelt. Die Behörden stellten fest, dass er über Jahre hinweg an Einsatzorten aufgetaucht war – ohne jegliche offizielle Ausbildung oder Berechtigung. Dabei trug er Rettungskleidung und nutzte Einsatzausrüstung, die er sich illegal beschafft hatte.

Der Mann soll unter anderem einem Rettungseinsatz in Mechernich gefolgt sein, wobei er mit Blaulicht und Martinshorn in hoher Geschwindigkeit unterwegs war. Er versuchte, sich in die Patientenversorgung einzumischen, und transportierte sogar Personen – obwohl ihm jede medizinische Qualifikation fehlt. Bei einer Durchsuchung seines Wohnsitzes fanden die Ermittler Pfefferspray, gefälschte Ausweisdokumente, Luftdruckwaffen, Schlagstöcke und Tierabwehrsprays.

Zudem besaß der Beschuldigte ein digitales Funkgerät, das er ohne Genehmigung betrieb und mit dem er den Funkverkehr der Rettungskräfte abhörte. Solche Geräte sind ausschließlich autorisiertem Personal vorbehalten und ermöglichten es ihm, Einsätze in Echtzeit zu verfolgen. Darüber hinaus führte er ein privat erworbenes EKG-Gerät mit sich, was die Situation an den Einsatzorten zusätzlich verwirrte.

Der Mann steht in keiner Verbindung zu einer anerkannten Rettungsorganisation. Sein Einsatz des BOS-Digitalfunks – ein System, das ausschließlich Behörden und Einsatzkräften zugänglich ist – war vollständig unbefugt.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Die Ermittlungen dauern an, während die Behörden das volle Ausmaß seiner Beteiligung an Rettungseinsätzen prüfen. In den letzten Jahren gab es bundesweit keine vergleichbaren Fälle, in denen Rettungskleidung und -ausrüstung auf diese Weise missbraucht wurden. Dem Mann drohen nun mögliche Anklagen wegen seiner unerlaubten Handlungen und des Besitzes von beschlagnahmten Geräten.

Quelle