Ehemaliger Dom-Architekt kritisiert geplante Eintrittspreise für den Kölner Dom - Kölner Dom plant erstmals Eintrittsgeld – Experten warnen vor Folgen
Kölner Dom könnte erstmals in seiner Geschichte Eintrittsgeld verlangen
Die weltberühmte Kathedrale, die jährlich sechs Millionen Besucher anzieht, war bisher stets kostenlos zugänglich. Die ehemalige Dombaumeisterin Barbara Schock-Werner hat sich nun gegen die Pläne ausgesprochen und warnt, dass eine solche Maßnahme die Rolle des Doms für die Stadt verändern könnte.
Die zuständige Domverwaltung kündigte an, die Gebühr noch in der zweiten Jahreshälfte einführen zu wollen. Die genaue Höhe steht jedoch noch nicht fest. Schock-Werner, die jahrelang die Restaurierung des Doms leitete, argumentiert, dass Eintrittsgelder Besucher abschrecken und den Charakter des Bauwerks als öffentlicher Ort verändern würden.
Sie bezeichnete den Dom als "unseren Dom" und betonte dessen zentrale Bedeutung für die Identität Kölns. Zwar räumte sie ein, dass zusätzliche Finanzmittel nötig seien, doch ein Eintrittsgeld sei nicht die richtige Lösung. Die UNESCO-Welterbestätte beherbergt zudem die Reliquien der Heiligen Drei Könige.
In den vergangenen Jahren gab es in Deutschland zunehmend Widerstand gegen Eintrittsgelder an bedeutenden Kulturstätten. Bereits 2023 hatte ein ähnlicher Vorschlag für den Kölner Dom Proteste und eine Petition mit über 100.000 Unterschriften ausgelöst. Auch der Plan aus dem Jahr 2022, Besucher für das Lübecker Holstentor zur Kasse zu bitten, stieß auf massive Kritik und musste schließlich überarbeitet werden. Viele Kritiker bemängeln, dass solche Gebühren den Zugang zum kulturellen Erbe einschränken.
Die Debatte über Eintrittsgelder hält an, während die Verantwortlichen zwischen finanziellen Notwendigkeiten und öffentlicher Zugänglichkeit abwägen. Sollte die Gebühr tatsächlich kommen, wäre dies ein einschneidender Wandel für eine der meistbesuchten religiösen Stätten Deutschlands. Frühere Versuche, an anderen Wahrzeichen ähnliche Abgaben einzuführen, scheiterten oft am breiten Widerstand der Bevölkerung.