17 March 2026, 08:07

Langzeitarbeitslose fühlen sich von Jobcentern im Stich gelassen – trotz kompetenter Beratung

Liniengraph, der Trends bei insgesamt arbeitslosen Personen, Stellenangeboten und Kündigungen über die Zeit zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Für fast jeden Zweiten ist ein Besuch beim Jobcenter sinnlos - Langzeitarbeitslose fühlen sich von Jobcentern im Stich gelassen – trotz kompetenter Beratung

Eine neue Studie der Bertelsmann Stiftung offenbart weitverbreitete Frustration unter den Langzeitarbeitslosen in Deutschland. Fast die Hälfte der Bezieher von Bürgergeld gibt an, dass die Termine im Jobcenter ihnen keine echte Hilfe bieten. Dennoch schätzen viele die Mitarbeiter weiterhin als kompetent und professionell ein.

Die Erhebung zeigt, dass 47 Prozent der Langzeitarbeitslosen das Gefühl haben, ihre Gespräche im Jobcenter verbesserten ihre Jobchancen nicht. Weitere 46 Prozent sehen sich mit mehreren Hürden konfrontiert, darunter gesundheitliche Probleme oder fehlende Qualifikationen. Diese Herausforderungen bestehen fort, obwohl dieselbe Gruppe die Leistung und Fachkenntnis der Jobcenter-Mitarbeiter anerkennt.

Vor der Einführung des Bürgergelds im Jahr 2023 wiesen die Zahlen zur Langzeitarbeitslosigkeit in Deutschland zwischen 2018 und 2022 stabile oder leicht verbesserte Integrationsquoten auf. Seit der Reform und den jüngsten wirtschaftlichen Veränderungen zeichnet sich jedoch ein spürbarer Rückgang bei der erfolgreichen Vermittlung in Arbeit ab.

Tobias Ortmann, Arbeitsmarktexperte der Bertelsmann Stiftung, plädiert für stärkere Maßnahmen, um Beschäftigungshindernisse abzubauen. Zu seinen Empfehlungen gehören bessere Beratungsangebote, gezielte Qualifizierungsmaßnahmen und passgenauere Stellenangebote für diejenigen, die Schwierigkeiten haben, wieder in den Arbeitsmarkt einzusteigen.

Die Ergebnisse verdeutlichen eine Kluft zwischen der Unterstützung durch die Jobcenter und den Bedürfnissen der Langzeitarbeitslosen. Zwar wird die Kompetenz der Mitarbeiter anerkannt, doch fast die Hälfte der Leistungsbezieher sieht kaum Nutzen in den Besuchen. Die Bewältigung struktureller Hindernisse und eine verbesserte, individuell zugeschnittene Förderung könnten der Schlüssel sein, um den aktuellen Rückgang bei der Arbeitsmarktintegration umzukehren.

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