Lissabon testet Zeitlimits und Bußgelder an überlaufenen Aussichtspunkten
Marie KrügerLissabon testet Zeitlimits und Bußgelder an überlaufenen Aussichtspunkten
Lissabon führt Pilotprojekt zur Besucherlenkung an beliebten Aussichtspunkten ein
Lissabon startet ein ehrgeiziges Pilotprojekt, um die Menschenmassen an seinen meistbesuchten Aussichtspunkten besser zu steuern. Ab heute werden an vier ikonischen Orten – Graça, Senhora do Monte, Santa Catarina (Adamastor) und São Pedro de Alcântara – Glastournikets, Zeitlimits und Ampelsignale eingeführt. Die Stadt verspricht, dass die Maßnahmen Überfüllung verringern und die Sauberkeit verbessern werden. Doch die Reaktionen fallen gespalten aus.
Ab dem 1. April gelten an den ausgewählten Aussichtspunkten strenge Zeitvorgaben. Intelligente Glastournikets begrenzen die Aufenthaltsdauer der Besucher. Wer die optischen Ampelsignale ignoriert, muss mit vorübergehend gesperrten Durchgängen und einem Bußgeld von 15 Euro rechnen – offiziell als TOEEC (Steuer auf übermäßige Inanspruchnahme von Panoramabereichen) bezeichnet.
Die eingenommenen Bußgelder fließen in die tägliche Reinigung der technisch aufgerüsteten Standorte. Weniger frequentierte Aussichtspunkte erhalten stattdessen einfachere Aufwertungen wie zusätzliche Kameras, Hinweisschilder und Mülleimer.
Einwohner, die in den historischen Stadtteilen steuerlich gemeldet sind, profitieren von einer "grünen Spur". Sie dürfen Warteschlangen umgehen und ihre Besuchszeit auf 20 Minuten verlängern.
Das Pilotprojekt startet heute, die vollständige Installation der Tournikets ist für Mai geplant. Befürworter argumentieren, die Regelungen schützten die Aussichtspunkte, während Kritiker deren Notwendigkeit infrage stellen. Sämtliche Einnahmen aus den Bußgeldern kommen direkt der Instandhaltung der neu regulierten Orte zugute – auch wenn das Projekt selbst vielleicht weniger ernst gemeint ist, als es scheint.






