NRW-Polizei rüstet sich mit massivem OSINT-Ausbau gegen digitale Bedrohungen
Lara MeyerNRW-Polizei rüstet sich mit massivem OSINT-Ausbau gegen digitale Bedrohungen
Nordrhein-Westfalens Polizei baut digitale Kompetenzen mit großem OSINT-Ausbau aus
Die Polizei in Nordrhein-Westfalen stärkt ihre digitalen Fähigkeiten mit einer umfassenden Offensive im Bereich Open-Source-Intelligence (OSINT). Das Vorhaben umfasst erweiterte Teams, neue Schulungsprogramme und moderne Werkzeuge für Online-Ermittlungen. Ziel der Behörden ist es, die Reaktion auf politisch motivierte Kriminalität und schnell eskalierende Sicherheitsbedrohungen zu verbessern.
Das Landeskriminalamt (LKA) Düsseldorf hat seine OSINT-Abteilung deutlich ausgebaut. Was einst als Zweier-Team begann, ist heute als Unterabteilung 22.2 unter der Leitung des 42-jährigen Fabian Coenen etabliert. Sein Team besteht mittlerweile aus 16 Spezialisten – darunter IT-Experten, Soziologen und Politikwissenschaftler –, die sich auf politisch motivierte Straftaten konzentrieren.
Unter dem Projektnamen «Digitale Streife» stellte das LKA zehn neue Beamte ein, sechs davon für Coenens Einheit. Fast 100 weitere Ermittler in sechs regionalen Behörden arbeiten mittlerweile an OSINT-Aufgaben. Diese Einheiten bieten schnelle Unterstützung bei dringenden Einsätzen mit Bezug zur nationalen Sicherheit.
Ein zentraler Baustein der Expansion ist die Ausbildung. Marc Restemeyer, 37-jähriger Dozent an der Landesakademie für Ausbildung, Fortbildung und Personalentwicklung (LAFP) in Neuss, leitet Schulungen für neue LKA-Mitarbeiter sowie für Beamte der «Digitalen Streife»-Einheiten. Das gesamte Programm nutzt die bereits vorhandene Hardware und Software an den Arbeitsplätzen der Teilnehmer. Ziel ist es, dass die Ermittler Online-Recherchen effektiv und rechtssicher durchführen können.
Die OSINT-Schulungen an der LAFP umfassen die Erhebung und Analyse von Daten aus öffentlich zugänglichen Quellen, etwa sozialen Medien. Zudem tragen sechs spezialisierte Staatsschutzeinheiten bei, die sowohl allgemeine OSINT-Recherchen als auch schnelle Reaktionsfähigkeiten bei politisch brisanten Ereignissen bereitstellen.
Mit dem Ausbau werden mehr Personal, digitale Streifeneinheiten und KI-gestützte Tools vernetzt. Die Beamten erhalten gezielte Schulungen, um Online-Ermittlungen sicher zu bewältigen. Die Initiative soll die nordrhein-westfälische Polizei in einer zunehmend digitalen Bedrohungslage an die Spitze bringen.






